Die Qual der Wahl beim Bezahlen

Das Bargeld wurde in den letzten Jahren durch viele neue Zahlungsmittel ergänzt. So zum Beispiel durch Prepaid-Karten, Twint, Apple Pay. Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme? Und was kosten sie?

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Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Zahlungsarten entstehen lassen. Viele halten am nach wie vor beliebten Bargeld oder an der alten Kreditkarte fest und haben keine Ahnung, was andere Zahlungsmittel bieten. Bei Prepaid-Karten denken heute viele zuerst ans Handy. Doch mit Mobilfunktelefonie hat das nichts zu tun. Einzig das Prinzip ist das gleiche: Wer eine Prepaid-Karte besitzt, muss diese zuerst laden. Anschliessend kann der Inhaber in Geschäften oder im Internet damit bezahlen. So kann sich der Inhaber nicht verschulden.

Sébastien Mercier von der Schuldenberatung Schweiz lobt das Prepaid-Modell als eine «eigentlich gute Sache». Doch leider sei es teuer, selbst wenn die Karte gratis abgegeben werde. Das bestätigt Benjamin Manz von Moneyland.ch: Auch wenn die Jahresgebühr für jüngere Leute entfalle, bleibe das Aufladen der Karte kostspielig.

Bargeld versus Kreditkarte

Bargeld ist nicht gratis. Wer es nicht bei einem Automaten der Hausbank bezieht, zahlt zum Beispiel eine Gebühr – oft 2 Franken. Trotzdem ist Bares immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Es ist unkompliziert. Der Verkäufer schätzt, dass er sofort über das Geld verfügen kann. Deshalb gibt es zum Beispiel bei der Barzahlung eines Autos eher Rabatt. Das Risiko, über die Verhältnisse zu leben, ist geringer, wenn jemand nur mit Geld zahlt, das er auf sich trägt.

Auch die Anonymität des Bargelds wird geschätzt – wenn auch nicht immer aus redlichen Gründen. Und schliesslich lässt sich Geld zu Hause aufbewahren. Für einige Leute ist das ein Thema, da auf dem Konto nur noch Gebühren anfallen.

Doch die elektronische Zahlung ist auf dem Vormarsch. Wer mit der Kreditkarte unterwegs ist, muss sich nicht zuerst Bargeld beschaffen. Und das weltweit, unabhängig von der Währung. Da auf Reisen kein Restgeld in Devisen übrig bleibt, muss es nicht wie beim Bargeld mit Verlust zurückgewechselt werden. Diebstahl lässt sich mit einer Kartensperre vermeiden. Auch Falschgeld ist kein Thema. Handkehrum warnt Mercier: «Kreditkarten sind eine Falle für Leute, die zu locker mit Geld umgehen.»

Wichtige Unterschiede

Im Gegensatz zur Kreditkarte wird bei der Debitkarte ein bezahlter Betrag sofort vom Konto abgebucht. Viele kennen die Debitkarte auch noch als EC-Karte. Meist tragen sie heute die Bezeichnung Maestro- oder V-Pay-Karte. Bei Kreditkarten fallen Zinsen an, wenn die geschuldeten Beträge nicht pünktlich überwiesen werden. Zudem kann die Jahresgebühr deutlich höher liegen. Unter den Kreditkarten werden Mastercard und Visa gut akzeptiert, American Express und Diners Club sind etwas weniger verbreitet. Postfinance führt eine eigene Debitkarte, mit dem Nachteil, dass man damit im Ausland nicht zahlen kann.

Bezahl-Apps: iPhone &Co.

Eine jüngere Erscheinung sind Bezahl-Apps. Zum Einsatz kommen sie mit Smartphones oder Smartwatches – Letzteres sind am Handgelenk tragbare Computer. Es gibt mehrere Anbieter, und es könnten weitere hinzukommen. Beispiele sind Apple Pay, Samsung Pay, Twint, Migros-App oder Fitbit Pay. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie mit einer Kredit- oder einer Prepaidkarte hinterlegt sind. Bei manchen ist auch eine Kontoverbindung möglich (Twint, Migros).

Hinzu kommt die Postfinance-App: Sie ist im Grunde eine elektronische Postcard. Die Akzeptanz von Samsung Pay war bisher etwas höher als bei der Konkurrenz Apple Pay, da hier eine zusätzliche Technologie zur Verfügung steht, wie Manz erläutert. Mit dem von Schweizer Anbietern entwickelten Twint sind auch Onlinezahlungen und Direktüberweisungen an Freunde möglich. Twint kann aber nur in der Schweiz genutzt werden.

Für Einkäufe in der Schweiz werden bei allen hier erwähnten Zahlungsmitteln keine Gebühren belastet, wie Benjamin Manz erläutert.

Eine übersichtliche Tabelle über die Zahlungsmittel finden Sie oben in der Bildstrecke. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.11.2017, 17:27 Uhr

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