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Der griechische Millionen-Trick

Gestern überwies Griechenland dem Währungsfonds wie verlangt 750 Millionen Euro. Nur: Fast der ganze Betrag davon stammte aus einem eigenen IWF-Konto.

Griechenland hat tief in die Trickkiste gegriffen: Eine Frau vor einem Stuhl- und Korbwarengeschäft in Thessaloniki. (12. Mai 2015)
Griechenland hat tief in die Trickkiste gegriffen: Eine Frau vor einem Stuhl- und Korbwarengeschäft in Thessaloniki. (12. Mai 2015)
Sakis Mitrolidis, AFP

Zur Rückzahlung eines Kredits des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 750 Millionen Euro zog Griechenland 650 Millionen Euro von einem eigenen IWF-Konto ab, wie mehrere Regierungsvertreter einräumten. Die griechische Regierung hatte die 750 Millionen Euro am Montag an den IWF überwiesen. Zusammen mit den Euro-Staaten hält der IWF das Land seit 2010 mit 240 Milliarden Euro über Wasser. Kann die Regierung ihre Schulden nicht mehr bedienen, droht ein finanzieller Kollaps.

Um den Rückzahlungstermin an den IWF zu halten, gab sich die Regierung sozusagen selbst Kredit: IWF-Mitglieder unterhalten dort zwei Konten. Auf einem sind die Einlagen des Landes bei dem Fonds geparkt, im Falle Griechenlands etwa 1,36 Milliarden Euro. Das zweite Konto ist für Notfälle gedacht.

IWF gab Einverständnis

Ein griechischer Regierungsvertreter sagte, die Regierung habe auf dieses zweite Konto zugegriffen. Dieses muss allerdings später wieder aufgefüllt werden. Ausserdem habe die Regierung 100 Millionen Euro in bar mobilisiert. Griechische Regierungsvertreter sagten, der IWF habe dem Zugriff auf das Konto am Samstag zugestimmt. Die Gespräche habe Zentralbankchef Yannis Stournaras geführt. Bei den Kommunen und Behörden kratzte die Regierung in Athen zudem bisher 600 Millionen Euro zusammen, um zahlungsfähig zu bleiben.

Der Vorgang um die IWF-Kredite zeigt, wie dringend das seit fünf Jahren vom freien Kapitalmarkt abgeschnittene Land weitere Hilfe des IWF und seiner Euro-Partner benötigt. Die von Linkspopulisten geführte Regierung streitet mit ihnen über die Reformauflagen. Auch ein weiteres Euro-Finanzministertreffen am Montag hatte keinen Durchbruch gebracht.

SDA/thu

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