Dank hoher Dividenden an der Spitze

Lonza, Syngenta, Swiss Re und UBS sind die Überraschungen im zurückliegenden Börsenjahr. Stark enttäuscht unter den grosskapitalisierten Werten haben Swatch, ­Richemont und vor allem Holcim.

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Novartis, Roche, Nestlé. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf diese drei Schwergewichte. Konsumentinnen und Konsumenten werden auch dann Nahrungsmittel und Medikamente kaufen, wenn die Konjunktur einbricht.

Das Fokussieren auf konjunkturresistente Titel gilt als konservativ. Und mit einer konservativen Anlagestrategie vermochte Jürg Legler vom Berner Ableger der Neuenburger Banque Bonôte das Börsenspiel 2015 für sich zu entscheiden.

Auch andere wie Sandra Hayoz von der Credit Suisse oder Cyril Zimmermann von der Spar- und Leihkasse Münsingen, die sich neu SLM nennt, wählten vor Jahresfrist die drei Schwergewichte der Schweizer Börse. Nur dass Sandra Hayoz auf die Luxusgüter­industrie setzte. Swatch und Richemont setzten übrigens auch gestern ihre Talfahrt fort. Cyrill Zimmermann erwischte es mit Holcim. 5 der insgesamt 14 Teilnehmer zogen mit dem Zementhersteller einen Schuh heraus.

Ein Beispiel mehr, dass man auch mit grosskapitalisierten Aktien des SM-Index vor Kurseinbrüchen nicht gefeit ist. Die Experten rechneten nicht mit dem Einbruch der Schwellenländer, der Holcim ­besonders zu schaffen macht. Auch schürten sie ­offenbar zu hohe Erwartungen in die Fusion mit ­Lafarge.

Dividendenstrategie zahlte sich aus

Doch Jürg Legler hätte nicht obenaus geschwungen, wenn er nicht mit Lonza und Swiss Re zwei Glückstreffer gelandet hätte. Zudem verfolgte er eine Dividendenstrategie. Erstmals wurde diesmal im Performancevergleich nicht nur die Kursentwicklung, sondern auch die Ausschüttung berücksichtigt, was Jürg Legler zugutekam.

Ohne Berücksichtigung der Dividende wäre er knapp vom zweitplatzierten Pascal Müller von der Spar- und Leihkasse Frutigen geschlagen worden. Ausgerechnet die Spar- und Leihkasse Frutigen, die sich fürs nun angelaufene Börsenspiel 2016 ausklinkte. Die Berechnung der Gesamtperformance inklusive Dividenden besorgte die Bank EKI.

Nebenwerte mit Risiken

Wer ein Portefeuille mit weniger bekannten Firmen zusammenstellt, geht einige Risiken ein. Das dokumentiert etwa Andreas Zwygart von der Clientis-Bank Oberaargau. Im Vorjahr landete er mit Nebenwerten auf dem zweiten Rang, diesmal auf dem letzten.

Einen «lucky punch», wie er beim Börsenspiel 2014 Thomas Ris von der Stadtberner Bank EEK gelungen war, sucht man dieses Mal vergebens. Ris setzte vor zwei Jahren auf Santhera Pharma und erzielte allein mit dieser Aktie einen Kursgewinn von 2186 Prozent.

Noch etwas: 2015 wird als ein negatives Börsenjahr in die Geschichte eingehen, weil der Swiss-Market-Index (SMI) um 1,8 Prozent nachgab. Und doch lagen jene Prognostiker nicht falsch, die vor zwölf Monaten höhere Aktienkurse voraussagten.

Anfang August lag der Swiss-Market-Index bei über 9500 Punkten, nur noch wenige Punkte seines historischen Höchststands entfernt. Somit erzielte der SMI in den ersten sieben Monaten einen Kursanstieg von 6 Prozent. Der breiter gefasste Swiss-Performance-Index, der im Unterschied zum SMI auch die Dividenden berücksichtigt, lag zwischenzeitlich um über 9 Prozent im Plus. Selber schuld, wer Anfang August die Aktien nicht verkaufte . . .

(Berner Zeitung)

Erstellt: 05.01.2016, 13:48 Uhr

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