Bei Fahrkosten drohen zu hohe Steuern

An der letzten Steuer-Hotline stellten Leser auch Fragen zur neuen Fahrkostenregelung. Fehler auf dem Lohnausweis können bei der Steuerrechnung unangenehme Folgen haben.

Wer das Auto als Geschäftswagen nutzt, muss das sorgfältig deklarieren. Sonst drohen zu hohe Steuern.

Wer das Auto als Geschäftswagen nutzt, muss das sorgfältig deklarieren. Sonst drohen zu hohe Steuern.

(Bild: Fotolia)

  • Wegen der Begrenzung des Fahrkostenabzuges zahle ich 1300 Franken mehr Steuern. Ich arbeite im Aussendienst, was mein Arbeitgeber im Lohnausweis nicht vermerkt hat.
    Sie müssen diesen Zusatzbetrag nicht zahlen. Der Aussendienst sollte aber im Lohnausweis unter Bemerkungen erwähnt sein. Lassen Sie das von Ihrem Arbeitgeber korrigieren. Auch das Datum der Neuausstellung des Lohnausweises sollte vermerkt werden.

  • Mein Arbeitsweg beträgt hin und zurück 300 Kilometer. Ich nehme aber nur einmal monatlich an einer Sitzung teil und arbeite sonst zu Hause. Ich fahre einen Geschäftswagen. In meinem Lohnausweis ist das nicht vermerkt. Mein Arbeitgeber weigert sich, den Lohnausweis zu korrigieren.
    Wenn Ihnen die Steuerverwaltung den Arbeitsweg für alle Werktage anrechnet, bezahlen Sie viel zu viel Steuern. Am besten erläutern Sie auf einem Beiblatt diese Situation, damit der Sachbearbeiter auf der Steuerverwaltung die Sachlage versteht.

  • In Deutschland besitze ich Liegenschaften mit Mieterträgen und Hypotheken sowie Bankkonten. Ich versteuere das alles korrekt in Deutschland. In der Schweiz, wo ich seit vielen Jahren lebe, habe ich diese Werte aber nicht deklariert. Im Rahmen des automatischen Informationsaustauschs wird das ab 2018 teilweise dem schweizerischen Fiskus gemeldet. Habe ich nichts zu befürchten?
    Doch. Obwohl Sie Ihre Erträge und Ihr Vermögen in Deutschland ordentlich versteuert haben, gilt die fehlende Deklaration in der Schweiz als vollendete Steuerhinterziehung. Denn wer seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hat, muss hier sein weltweites Vermögen und Einkommen deklarieren. Das ausländische Vermögen und Einkommen wird aufgerechnet und führt in der Schweiz zu einem höheren Steuersatz. Weil dies als Steuerhinterziehung gilt, ist es am besten, wenn Sie von der einmaligen straflosen Selbstanzeige Gebrauch machen. In diesem Fall zahlen Sie auf dem hinterzogenen Betrag für die letzten zehn Jahre Nachsteuern und Zinsen, aber keine Busse, die bis zum Dreifachen des hinterzogenen Betrags gehen kann.

  • Im vergangenen Jahr wurde unser Haus umfassend saniert. Akontozahlungen haben wir ­bereits beglichen. Seit Anfang dieses Jahres liegt die Schlussrechnung vor. Können wir die Akontozahlung im Steuerjahr 2016 geltend machen?
    Nein. Eine Akontorechnung können Sie erst zusammen mit der Schlussrechnung geltend machen. Wäre im vergangenen Jahr eine Teilrechnung und nicht eine Akontozahlung in Rechnung gestellt worden, dann wäre diese im Steuerjahr 2016 abzugsfähig. Abgesehen von Akontozahlungen ist für einen Abzug grundsätzlich das Rechnungsdatum mass­gebend.

  • Meine Frau und ich überlegen uns, den Lebensmittelpunkt in unser Ferienhaus nach Südamerika zu verlegen, indem wir mehr als die Hälfte des Jahres dort leben.
    Da müssen Sie vorsichtig sein: Die Steuerverwaltung akzeptiert den neuen Lebensmittelpunkt nur, wenn Sie die Brücken zur Schweiz definitiv abbrechen. Das geht also nicht, wenn Sie jährlich für mehrere Monate in die Schweiz zurückkehren. Bei einer allfälligen Verlegung des Lebensmittelpunktes ins Ausland müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie weiterhin richtig krankenversichert sind. Das braucht in jedem Fall eine Absprache mit Ihrer Krankenversicherung.

  • Mit welchem Wert muss ich meine ausländische Liegenschaft in der Steuererklärung deklarieren?
    Bei ausländischen Liegenschaften beträgt der amtliche Wert 70 Prozent des Kaufpreises. Dieser wird in der Steuererklärung angegeben. Bei selbst genutzten Liegenschaften beträgt der Eigenmietwert, den sie versteuern müssen, 6 Prozent des amt­lichen Werts.

  • Meine Lebenspartnerin und ich leben mit unserer Tochter in einer gemeinsamen Wohnung. Wer kann in seiner Steuererklärung den Elterntarif geltend machen und den Kinderabzug vornehmen?
    Beim gemeinsamen Sorgerecht kann der Kinderabzug hälftig vorgenommen werden. Die Steuerermässigung pro Kind und der Elterntarif (Verheiratetentarif) können aber von dem Elternteil mit dem höheren Reineinkommen geltend gemacht werden. Anders ist es, wenn Mutter und Vater nicht im Konkubinat leben. In diesem Fall wäre die elterliche Sorge ausschlaggebend – massgeblich ist hier, wer die Alimente versteuert.

  • Mein Sohn hat eine kaufmännische Lehre und eine Berufsmittelschule absolviert. Nun möchte er nach einem Auslandsprachaufenthalt das Gymnasium ­anhängen. Kann ich weiterhin Kinderabzug, Elterntarif und auswärtige Ausbildungskosten abziehen?
    Streng steuerrechtlich betrachtet geht es um eine Zweitausbildung, die Sie in Ihrer Steuererklärung nicht mehr abziehen können. Ihr Sohn könnte demnach diese Abzüge in seiner Steuererklärung geltend machen. Es ist aber eine besondere Situation, da Ihr Sohn noch nicht 25 Jahre alt ist und weiterhin kein Geld verdient. Sie können die Situation auf einem Beiblatt zur Steuererklärung erläutern. Vielleicht kann der Abzug gewährt werden.

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