Anlagetipps für die 3. Säule

Die freiwillige Altersvorsorge wird bedeutsamer, weil die Pensionskassenrenten künftig weniger hergeben. Dabei gibt es verschiedene Lösungen.

Mit der richtigen Strategie lässt sich beim 3a-Anlegen eine sehr gute Rendite erzielen. Illustration: Claudia Köppel

Mit der richtigen Strategie lässt sich beim 3a-Anlegen eine sehr gute Rendite erzielen. Illustration: Claudia Köppel

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Dank eines «Steuertricks» können Beschäftigte in der Schweiz legal sparen und zugleich fürs Alter vorsorgen. Mit Einzahlung auf eine 3a-Vorsorgebeziehung dürfen Angestellte jährlich bis 6768 Franken vom steuerlichen Einkommen absetzen, selbstständig Erwerbende ohne berufliche Vorsorge gar knapp 34'000 Franken. Die dritte Vorsorgesäule gewinnt an Bedeutung, weil die Pensionskassenrenten wegen der längeren Rentenphase und der niedrigen Zinsen rückläufig sind. Aus staatlicher AHV und Pensionskasse kommt in der Regel nur ein 60- bis 70-prozentiger Ersatz des vormaligen Erwerbseinkommens zustande.

Das gesamtschweizerisch angesparte 3a-Volumen erreichte Ende 2016 rund 97 Milliarden Franken, wie der Verein Vorsorge Schweiz schätzt. Er vertritt die Interessen von vierzig zumeist banknahen Stiftungen, die 3a-Gelder und Freizügigkeitsgelder betreuen. Letzteres sind Pensionsguthaben in Höhe von geschätzt 53 Milliarden Franken, die etwa wegen Arbeitslosigkeit oder wegen eines freiwilligen Erwerbsunterbruchs von den berechtigten Personen zwischengelagert werden müssen.

Von den Freizügigkeitsgeldern stecken nur 13 Prozent in Wertschriftenlösungen. Mit 22 Prozent ist der Wertschriftenanteil von 3a-Geldern ebenfalls niedrig, obschon ein grosses Spektrum unterschiedlich geprägter Vorsorge-Anlagefonds und ETF-Lösungen im Angebot ist.

Generell zugelassen sind Mischvermögen mit bis zu 50 Prozent Aktien. Immer öfter sind weitergehende Aktienengagements zugänglich, allerdings nur für informierte und gut situierte Anleger sowie für jüngere Personen. Unter 40-Jährige sind wegen der langen Anlagedauer bis zum fernen Pensionierungszeitpunkt strukturell risikofähig. Sie können Wertschwankungen eher aussitzen.

Grafik: Erst wenige 3a-Sparer nutzen Wertschriften

Grafik vergrössern

Für einen auf Jahrzehnte hinaus ausgelegten Vermögensaufbau in der individuellen Altersvorsorge sollten Sachwerte wie Aktien und Immobilien erste Wahl sein. Sie werfen einen substanziellen laufenden Ertrag in Form von Dividenden und Mieterfolg ab, und sie schützen auf Dauer gegen die Geldentwertung durch Inflation. Wertschwankungen sind bei einer ultralangen Anlagedauer von 3a-Vermögen nebensächlich.

Wer wegen der hohen Bewertungen an den Aktienbörsen nicht gleich alles auf diese Karte setzen möchte, sollte gestaffelte 3a-Einzahlungen planen mit beispielsweise gleichbleibenden monatlichen Teilbeträgen. Viele Anbieter offerieren, eingehende Zahlungen zu festgelegten Terminen der Vermögensaufteilung gutzuschreiben, die vom Kunden bestimmt worden ist.

Neben den gebräuchlichen Anbieterlösungen, die 3a-Anlagefonds mit unterschiedlichen Anteilen von Aktien- und Obligationenportefeuilles vorsehen, kommen zunehmend Modelle mit grösserer Mitbestimmung auf den Markt. Erst seit Ende November aktiv ist die mit der WIR Bank kooperierende VIAC. Die Kontoeröffnung erfolgt in wenigen Schritten über eine Smartphone-App. Ein Robo-Advisor unterstützt den Kunden für die Wahl der Anlagestrategie.

«Nachgefragt sind alle Anlagestrategien, von der reinen Kontolösung bis zu 100 Prozent Aktien.»Daniel Peter, VIAC-Initiant

Gemäss VIAC-Initiant Daniel Peter haben sich bisher gut 2000 Personen angemeldet und schon 16 Millionen Franken einbezahlt: «Nachgefragt sind alle Anlagestrategien, von der reinen Kontolösung bis zu 100 Prozent Aktien.» Was der Kunde nicht zu Fixgebühren in Sachwerten investieren will, bleibt gebührenfrei auf dem 3a-Konto der Bank.

Auch beim schon länger etablierten Modell des VZ Vermögenszentrums unterstützt ein Robo-Advisor das Finden einer individuell passenden 3a-Wertschriftenstrategie. Kontoguthaben sind dabei nur in geringer Höhe zugelassen. Für jede der gewünschten Anlageklassen steht eine Auswahl von ETF Exchange Traded Funds zur Verfügung. Registriert sind rund 20'000 Kunden mit 650 Millionen Franken Vermögen. Gemäss VZ-Depotbank-Chef Marc Weber nutzen die meisten 3a-Anleger eine Aktienquote von 40 bis 50 Prozent.

Die Aargauische Kantonalbank ermöglicht ihren Vorsorgesparern, ein individuelles Portfolio mit ETF oder Fonds zusammenzustellen. So können Teile des 3a-Guthabens in Kollektivanlagen von Aktien und Immobilien investiert werden, während das restliche Geld auf dem Vorsorgekonto zum Vorzugszins bleibt.

Fakten zum 3a-Vorsorgesparen

Grafik vergrössern

Über die Plattform der Liberty 3a Vorsorgestiftung dürfen Anleger günstig auf 3a-Fonds vieler etablierter Anbieter greifen. Gemäss Sprecher Adrian Welter wird oft eine dynamische Anlagestrategie mit passiven Index-Fonds gewählt, um die Kosten niedrig zu halten.

Bei allen 3a-Wertschriftenangeboten sollten die Anleger vor dem Abschluss die Gebührenstruktur prüfen. Zudem gilt, dass 3a-Gelder frühestens fünf Jahre vor ordentlichem Pensionierungszeitpunkt bezogen werden dürfen. Nur für die Mitfinanzierung von Wohneigentum darf schon vorher auf die Sparsumme gegriffen werden.

In jedem Fall wird der Bezug zu einem Vorzugssatz besteuert, getrennt von der üblichen Einkommensveranlagung. Während der Spardauer sind aber keine Einkommens- oder Vermögenssteuern fällig.

(Finanz und Wirtschaft)

Erstellt: 13.02.2018, 07:49 Uhr

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bestens vorbereitet: Arbeiter transportieren eine Rakete zur Abschussrampe, von welcher aus sie am Sonntag ins All geschossen wird. (17.Mai 2018)
(Bild: Aubrey Gemignani/NASA/AP) Mehr...