Finnland will Grundeinkommen testen

Ab 2017 sollen in Finnland ausgewählte Testpersonen 560 Euro pro Monat erhalten. Dieser Versuch wäre der erste in einem europäischen Land.

Der finnische Staat will Geld an seine Bürger verteilen: Bündel von Euro-Noten. (Symbolbild)

Der finnische Staat will Geld an seine Bürger verteilen: Bündel von Euro-Noten. (Symbolbild) Bild: Martin Ruetschi/Keystone

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In Finnland soll ab kommendem Jahr ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro getestet werden. 2000 zufällig ausgesuchte Testpersonen im erwerbsfähigen Alter sollen das Grundeinkommen erhalten.

Das finnische Ministerium für Soziales und Gesundheit erklärte am Donnerstag, bis zum 9. September solle ein Gesetzentwurf öffentlich beraten werden. Der Gruppe der Testpersonen werde eine ähnlich zusammengesetzte Kontrollgruppe gegenübergestellt, deren Mitglieder kein Grundeinkommen bekämen.

Vereinfachung des Sozialsystems

Das seit 2012 in der Rezession steckende Land erhofft sich von einem bedingungslosen Grundeinkommen eine Vereinfachung seines komplexen Sozialsystems, das Arbeitslosigkeit, Unterbringung, Ausbildung und Elterngeld umfasst.

Letztlich will die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Juha Sipilä damit aber auch die Staatsausgaben verringern und die Furcht abbauen, dass Zuwendungen wegfallen, sobald jemand einen Job annimmt.

Eher tiefer Betrag

Das jetzt vorgeschlagene Grundeinkommen von 560 Euro im Monat nimmt sich bescheiden aus. In Finnland gibt ein Haushalt monatlich rund 3000 Euro aus. Die ursprünglich aus dem linken Lager stammende Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird im Grundsatz mittlerweile von einem breiten politischen Spektrum in Finnland unterstützt.

Finnland könnte das erste europäische Land sein, das das Grundeinkommen auf nationaler Ebene testet. Im Juni war in der Schweiz eine Volksinitiative für ein Grundeinkommen mit fast 77 Prozent abgelehnt worden. Zwar beinhaltete das Begehren keine Zahlen, die Initianten empfahlen aber ein Einkommen von 2500 Franken (2290 Euro) für Erwachsene und von 625 Franken für Minderjährige. (chi/sda)

Erstellt: 26.08.2016, 02:08 Uhr

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