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Gefordert ist jetzt die Präsidentin

So schwierig das Amt ist, in das Mark Branson vom Bundesrat berufen worden ist: Seine Wahl zum neuen Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma) ist über alle Zweifel erhaben.

Der 45-jährige Brite erfüllt in fachlicher wie auch persönlicher Hinsicht die gestellten Anforderungen, gilt als international gut ­vernetzt und ist mit dem Banken­geschäft sowie der Finma und ihrem Innenleben aus jahrelanger eigener Erfahrung bestens vertraut.

Wenn es einen Punkt gibt, bei dem Vorbehalte gegenüber Branson anzubringen sind, dann ist es vielleicht seine unzureichende Bodenhaftung in der Schweiz. Das kann, muss aber nicht ein gravierendes Manko für den neuen Finma-Chef sein. Umso wichtiger ist hingegen, dass die Verwaltungsrats­präsidentin der ­Aufsichtsbehörde, Anne Héritier ­Lachat, ihre bisherige Öffentlichkeitsscheu ablegt und vermehrt den ­Dialog mit Politik und Publikum sucht.

Die seit 2011 amtierende Finma-­Präsidentin macht bis heute nicht den Eindruck, als sei sie je in ­diesem Amt angekommen. Die Anfang Jahr er­schienenen Medienberichte, die von Amtsmüdigkeit bei der Genfer Professorin und ihrem Wunsch nach vorzeitigem Rücktritt wissen wollten, ­haben ihre Position nicht eben gestärkt.

Nachdem nun mit Mark Branson die Vakanz an der Spitze der Finma-Geschäftsleitung auf überzeugende Weise beendet worden ist, muss als Nächstes für Klarheit in der Personalie ­Lachat gesorgt werden. Es kann jedenfalls nicht länger angehen, dass Branson – wie bei seinem Vorgänger Patrick Raaflaub geschehen – zum Prügelknaben für Politiker und Bankenlobby wird, ohne dass der Verwaltungsrat und vorab seine Präsidentin ihm den Rücken stärken. Hoffentlich hat Madame Lachat die richtigen Lehren gezogen.

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