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Franken SNB-Präsident: Gefahr von weiterer starker Franken-Hausse limitiert Rückkehr Europas zur Stabilitätskultur entscheidend

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) rechnet nicht mit einer andauernden Aufwertung des Frankens in den nächsten Jahren, wenn Europa wieder stabiler wird.

Zudem gebe es in der Schweiz nur eine sehr begrenzte Anzahl an Gütern und Wertschriften, die ausländische Anleger kaufen könnten. Auch deshalb dürfte die Gefahr einer weiteren Aufwertung wie in der jüngeren Vergangenheit limitiert sein, sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag»: «Wir haben einen kleinen Obligationenmarkt, einen kleinen Aktienmarkt, einen kleinen Immobilienmarkt.» Darum manifestiere sich die Nachfrage nach Schweizer Franken nicht in effektiven Investitionen, sondern primär auf den Derivatemärkten. Das heisst, es handle sich vorwiegend um temporäre Anlagen. «Der Ausdruck 'sicherer Hafen' ist so gesehen falsch, es ist vielmehr ein 'temporärer Hafen' - eine kleine Bucht, die Schutz vor dem Sturm bietet, aber kein ausgebauter, permanenter Hafen mit Infrastruktur», sagte Hildebrand. Anbindung an Euro verboten Eine Anbindung des Frankens an den Euro sei der Nationalbank verboten: «Würden wir das tun, hätten wir keine unabhängige Geld- und Währungspolitik mehr», sagte Hildebrand. Diese sei aber von Verfassung und Gesetz vorgeschrieben. Für die Schweiz sei eine eigene Währung längerfristig möglich, «wenn das Umfeld ähnlich stabilitätsorientiert ist wie bei uns. Deshalb ist entscheidend - auch für uns -, dass Europa zu einer Stabilitätskultur zurückfindet: geldpolitisch, fiskalpolitisch, demographisch, strukturpolitisch», sagte Hildebrand. Grossbanken-Regeln ein Vorteil Erneut brach der SNB-Präsident eine Lanze für die geplanten Regeln für Banken, die zu bedeutend sind, als dass man sie untergehen lassen könnte. Die Regeln seien gut, weil sie das Risiko markant verminderten, dass die Schweiz systemrelevante Grossbanken retten müsse - oder gar so ende wie Irland. Zudem verbessere die Lösung für das so genannte «Too big to fail»- Problem die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes, sagte Hildebrand auf die Kritik von Banken, dass die neuen Vorschriften die Konkurrenzfähigkeit der hiesigen Geldhäuser einschränken würden. Die Welt habe sich geändert, sagte der SNB-Präsident. «Ich bin überzeugt: In fünf Jahren wird der Markt diejenigen Finanzinstitute, die am besten kapitalisiert sind, am höchsten bewerten. Diese werden die tiefsten Refinanzierungskosten haben», sagte Hildebrand. In der neuen Welt werde eine starke Kapitalisierung ein klarer Wettbewerbsvorteil sein.

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