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Franken legt trotz Milliarden-Intervention der SNB zu

Die Schweizerische Nationalbank hat in der vergangenen Woche mit über 4 Milliarden Franken am Devisenmarkt interveniert. Damit will sie den Franken schwächen.

SNB-Chef Thomas Jordan erlebt gerade einen «Testfall» für seine Geldpolitik. Foto: Marcel Bieri/Keystone
SNB-Chef Thomas Jordan erlebt gerade einen «Testfall» für seine Geldpolitik. Foto: Marcel Bieri/Keystone

Die Corona-Krise zwingt die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu milliardenschweren Interventionen. In der vergangenen Woche hat die SNB mehr als 4 Milliarden Franken investiert, um den Franken zu schwächen. Das legen am Montagmorgen veröffentlichte Daten der SNB nahe. Die Giroguthaben von Bund und Banken bei der SNB stiegen im Vergleich zur Vorwoche um 4,44 Milliarden Franken auf knapp 603 Milliarden Franken .

Damit hat die SNB in einer Woche so viel für Interventionen ausgegeben wie seit über drei Jahren nicht mehr. In den vergangenen vier Wochen zusammengenommen hat die SNB insgesamt knapp 13 Milliarden investiert. Sie kauft dabei mit selbst gedruckten Franken Fremdwährungen wie Euro und versucht so, den Franken künstlich zu schwächen. Doch dieser hat in den vergangenen Tagen trotzdem weiter zugelegt und ist im Vergleich zu der wichtigsten Exportwährung so viel wert wie seit 2015 nicht mehr. Am Montag kostete ein Euro 1,0550 Franken.

Gift für die Schweizer Wirtschaft

Der Franken gilt besonders in Krisenzeiten als sicherer Hafen und gewinnt daher an Wert. Doch ein hoher Franken ist Gift für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Er macht Waren im Ausland teuer. Das trifft besonders viele Industriebetriebe, die momentan ohnedies mit einer schwachen Nachfrage und möglichen Unterbrüchen ihrer Lieferketten durch die Corona-Krise konfrontiert sind.

Andere Notenbanken wie das Federal Reserve in den USA haben im Kampf gegen die Corona-Krise bereits mehrmals die Zinsen gesenkt. Doch in der Schweiz sind die Zinsen bereits seit Jahren auf dem Rekordtief von minus 0,75 Prozent. Nach Einschätzung von Experten hat die SNB nicht mehr viel Spielraum, hier noch tiefer zu gehen.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die SNB daher auf Interventionen gesetzt, um den Franken kurzfristig zu schwächen. Das bleibt nicht ohne Nebenwirkungen: Denn sie blähen die ohnedies bereits riesige Bilanz der Notenbank auf. Die USA beobachten die Schweiz zudem bereits wegen des Verdachts der Währungsmanipulation.

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