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Finma-Chef will Banken-Audit-System anpassen

Mark Branson findet es gut, wenn künftig die Schweizer Finanzmarktaufsicht die Mandate an Prüfgesellschaften vergeben könnte. Dazu müsste das Gesetz geändert werden.

«Gewisse Banken haben ihre Risikobereitschaft erhöht»: Finma-Direktor Mark Branson an der Pressekonferenz in Bern zum Geschäftsbericht 2015. (7. April 2015)
«Gewisse Banken haben ihre Risikobereitschaft erhöht»: Finma-Direktor Mark Branson an der Pressekonferenz in Bern zum Geschäftsbericht 2015. (7. April 2015)
Lukas Lehmann, Keystone

Der Chef der Eidgenössischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (Finma), Mark Branson, hat angeregt, das Audit-System bei Schweizer Banken anzupassen. Er ortet einen Interessenkonflikt der Prüfgesellschaften und Optimierungsbedarf im Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Prüfgesellschaften, die auffälliges Verhalten der Banken der Finma melden müssen, erhalten heute ihr Mandat direkt von den Banken und werden auch von diesen bezahlt. Ein gewisser Interessenkonflikt sei dabei nicht wegzureden, sagte Branson im Interview mit der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche». Er fände es «keine schlechte Idee, wenn anstelle der Banken die Finma die Mandate an Prüfgesellschaften vergeben könnte».

Kritik aus dem Ausland

Auch könnte das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Aufsichtsprüfung, für die die Finanzindustrie jährlich rund 110 Millionen Franken ausgebe, noch verbessert werden. Dazu müsste allerdings das Gesetz geändert werden, wofür politisch kein grosses Bedürfnis vorhanden zu sein scheine.

Das System habe sich über Jahre in der Schweiz etabliert. Aus dem Ausland gebe es allerdings Kritik daran.

Mehr Geldwäscherei-Risikobereitschaft

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt Branson auch, dass Schweizer Banken bei der Jagd auf Neugelder zunehmend hohe Risiken eingehen. «Man kann feststellen, dass gewisse Banken ihre Risikobereitschaft im Bereich der Geldwäscherei erhöht haben», sagt Branson im Interview «Wir haben in der Aufsicht ein Warnsystem betreffend Geldwäschereirisiken eingerichtet. Rund 15 Banken sind hier im roten Bereich», so Branson. Auf der roten Liste stehe auch eine Grossbank.

Branson ist gegen Milliardenbussen für Finanzinstitute, denn er glaube nicht, dass die Bussenhöhe ausschlaggebend sei. «Andere Behörden haben extrem hohe Bussen verhängt und trotzdem gibt es weiterhin Verstösse.» Statt dessen werde die Finma «gezielt gegen fehlbare Banker vorgehen.»

Falcon Bank erhält Gnadenfrist

Die vergangene Woche wegen Verletzung der Geldwäschereivorschriften sanktionierte Falcon Bank hat von der Finma nur eine Gnadenfrist erhalten. «Falcon ging haarscharf am Entzug der Banklizenz vorbei», sagt Branson. Das neue Management habe eine Chance verdient, wenn sie die aber nicht nutze, drohe im Wiederholungsfall klar der Entzug der Bewilligung.

SDA/foa

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