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EU-Aufseher kippen Stresstest-Zeitplan

London Die Europäische Bankenaufsicht EBA braucht mehr Zeit, um den endgültigen Kapitalbedarf der Banken zu ermitteln.

Die Behörde kippte am Dienstag ihren Zeitplan, bis Ende November die Kapitallücken der einzelnen Institute zu beziffern. Noch gibt es in der Europäischen Union keine Einigkeit, wie das Vertrauen in das krisengeschüttelte Bankensystem wieder hergestellt werden kann. Die Aufseher streiten seit Wochen auch über die genaue Kapitaldefinition. Die EU-Finanzminister beraten am Mittwoch über das Thema: Einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Bericht für die Sitzung ist zu entnehmen, dass eine Mehrheit der Länder gegen ein europäisches Instrument zur Stützung der Institute ist. «Es wird weitere Diskussionen des Ecofin geben, und dann haben wir hoffentlich Klarheit», sagte eine EBA-Sprecherin. Sollte es Einigkeit geben, werde der EBA-Aufsichtsrat die endgültigen Zahlen zur Veröffentlichung freigeben. Dies geschehe wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche. Bis Weihnachten müssen die Banken nach den bisherigen Plänen mitteilen, wie sie die Lücken stopfen wollen. Ob das nun zu schaffen ist, bleibt fraglich. Die Aufsicht fordert von den 70 wichtigsten Banken in Europa bis Mitte 2012 eine harte Kernkapitalquote von mindestens neun Prozent - und zwar auch dann, wenn die Häuser alle Euro-Staatsanleihen zu den gesunkenen Marktpreisen bewerten. Auf Basis vorläufiger Daten ergab sich ein Kapitalbedarf von 106 Milliarden Euro. Nun ist auch noch das schwache dritte Quartal berücksichtigt, womit das Loch grösser geworden sein dürfte.

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