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Dürfen wir nicht alle Stunden aufschreiben?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Arbeitsrecht.

Das Arbeitsgesetz verlangt eine vollständige und wahre Erfassung der Arbeitszeit. Foto: Keystone
Das Arbeitsgesetz verlangt eine vollständige und wahre Erfassung der Arbeitszeit. Foto: Keystone

Unsere Firma tritt regelmässig an Events und Messen auf. An solchen Tagen müssen wir Mitarbeitenden jeweils früh aus dem Haus und kommen erst gegen Mitternacht zurück. Die Personalabteilung sagt aber, dass wir pro Tag nur 8,24 Arbeitsstunden aufschreiben dürfen, da wir laut Vertrag eine 42-Stunden-Woche haben. So leisten wir regelmässig Überstunden, die nirgends festgehalten sind und die wir deshalb nicht kompensieren können. Ist das zulässig?

Nein. Was die Personalabteilung von Ihnen verlange, sei nicht nur unzulässig, sondern auch rechtswidrig, sagt Rechtsprofessor ­Roger Rudolph von der Universität Zürich. Das Arbeitsgesetz verlange eine vollständige und wahre Erfassung der Arbeitszeit. Bei Einsätzen ausserhalb des Arbeitsortes gilt auch der Mehraufwand für den Weg als Arbeitszeit; Sie dürfen diese zusätzliche Wegzeit ebenfalls aufschreiben. Die durch die Ausseneinsätze entstehenden Überstunden dürfen Sie selbstverständlich kompensieren und müssen Sie nicht dem Betrieb schenken.

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Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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