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Dreimonats-Libor: Preise für Kredite unter Banken

Als Steuerungsgrösse für ihre Geldpolitik greift die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Dreimonats-Libor zurück.

Er ist für die SNB die zentrale Grösse für die Refinanzierung bei erstklassigen Banken und Unternehmen. Der Libor (London Interbank Offered Rate) stellt einen Durchschnittspreis dar, den die Banken untereinander für ungedeckte Kredite verlangen. Der Libor wird täglich um 11 Uhr in London fixiert. Der Zinssatz wird für verschiedene Währungen und Laufzeiten berechnet. Für die SNB ist der Franken-Libor relevant. Der Satz basiert auf den Zinskonditionen von führenden Banken. Die SNB kann den Libor nur indirekt - über kurzfristige Repo-Geschäfte - steuern. Der Dreimonats-Libor wird gesenkt, indem die Nationalbank mit Repo-Geschäften den Banken mehr Liquidität zuführt und ihre Repo- Sätze tendenziell reduziert. Einen Zinsanstieg können die Währungshüter durch eine Verknappung der Liquiditätsversorgung beziehungsweise eine Erhöhung der Repo-Sätze herbeiführen. Bei Repos (Repurchase Agreements) werden Wertpapiere vom Geldnehmer verkauft. Gleichzeitig verpflichtet er sich, diese zu einem festgelegten Zeitpunkt wieder zurückzukaufen. Für die ausgeliehene Geldsumme wird ebenfalls Zins bezahlt, der Repo-Zins. Libor und Repo-Zinssatz können nicht direkt miteinander verglichen werden. Der Libor ist tendenziell höher, denn er gilt für längere Laufzeiten und beinhaltet eine Risikoprämie. Der Libor bezieht sich auf Blankokredite, der Repo auf Geschäfte, die mit Wertpapieren gedeckt sind.

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