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Finanzkrise: «Schadenfreude ist unangebracht»

Furcht, Angst - aber auch Besonnenheit: Die Finanzkrise beschäftigt die Leserinnen und Leser von Redaktion Tamedia wie derzeit kein anderes Thema. Lesen Sie die pointiertesten Kommentare.

«Wie kommt man auf Schadenfreude» schreibt: Hier geht es doch nicht um Schadenfreude, hier geht es möglicherweise um Existenzen von tausenden Menschen, ehrlichen Angestellten, Sparern, die teilweise ihr ganzes Kapital bei einer Bank haben, Industrie- und Gewerbebetriebe, Handwerker und Dienstleister, die Leistung erbringen für die sie bezahlt werden möchten. Es ist fade, immer wieder die Swissair ansprechen zu müssen; aber es wäre interessant zu wissen, wie viele KMU und Dienstleister mit in den finanziellen Strudel gerissen wurden, die Zahlen werden nie bekannt, die Schicksale auch nicht.

C. H.: Bleiben wir realistisch und am Boden. Natürlich hat die UBS Probleme. Jedoch handelt es sich bei ihr um eine Universalbank und nicht eine reine Investmentbank wie Bear Stearns, Lehman Brothers oder Merrill Lynch. Diese sind von ihrer Struktur her viel anfälliger gegenüber Marktereignissen und Schwankungen als eine UBS. Ausserdem: Beim Notfond handelt es sich um eine reine Massnahme, um Refinanzierungsengpässe zu überbrücken und das hat mit der Kapitalausstattung nichts zu tun. Bezieht eine Bank daraus Geld, hat dies nur bedingt Folgen für das Institut. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die UBS die Krise überstehen wird, und zwar unabhängig.

Ex-UBSlerin: Ich finde die Schadenfreude, die hier aus einigen Kommentaren tönt, sehr unangebracht. Es mag schon sein, dass es bei UBS (wie auch bei anderen Unternehmen) hochnäsige und arrogante Manager gibt. Aber die riesige Mehrheit sind sehr kompetente Mitarbeiter/innen, die die hohen Boni auch nur aus den Zeitungen kennen, aber dennoch tagtäglich einen guten Job machen, was angesichts der ständig neuen Nachrichten, aber auch der Negativkampagne, die vor allen Dingen seitens der Medien läuft, nicht gerade einfach ist. Wir sollten deshalb mit diesen Mitarbeitern hoffen, dass die UBS gut durch diese Krise kommt, denn ein Konkurs dieser Grossbank würde auch dem ganzen Finanz- und Wirtschaftsplatz Schweiz mächtig schaden und das betrifft uns alle!

Luc Neeser: In zwei bis drei Jahren sieht es bei der UBS wieder anders aus. Dann wird die Finanzkrise grössenteils wieder vergessen sein. Die Leute, die nicht in UBS investiert haben, werden sich fragen müssen, weshalb sie nicht so günstig eingestiegen sind. Es ist immer die gleiche Geschichte; ein Auf und ein Ab der Börsenkurse.

Juerg Heiz: Eigentlich ist es bedenklich, was das Management der UBS geleistet hat. Schade um die ursprünglich schweizerische Bankperle. Schade für die Angestellten des unteren Kaders. Der Kurszerfall der Aktie ist keine Überraschung und fällt vielleicht in eine einstellige Zahl. Dies wiederum ist gerechtfertigt, sind doch die Topmanager in Optionen und Aktien bezahlt und verlieren deshalb auch das Geld. Somit ist dies eine Art der Gerechtigkeit. Zur Idee des Nothilfefonds halt ich fest, dass dieser wohl schon aufgebraucht ist bevor das Geld eingeschossen ist. Somit sind die allfälligen 23 Milliarden Doller für die UBS im Falle eines Liquiditätsengpasses wohl Wunschdenken

Lio Meier: Die UBS wird die Krise mit zwei blauen Augen überstehen, gehört sie doch immer noch zu den bestkapitalisiertesten Banken überhaupt. Zu sagen, sie gehe als Gewinnerin aus der Krise hervor, wäre wohl ein bisschen übertrieben. In Anbetracht der immer grösser werdenden insolventen Banken, v. a. in den USA, stellt sich m. E. eigentlich nur eine Frage: Welche Banken werden diese Krise überstehen? Und die UBS wird sicher dazu gehören.

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