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Die deutsche «Welt» hält 10er-Nötli für arrogant

Ein deutscher Artikel befasst sich mit der neuen Zehnernote der Schweiz. Demzufolge leidet man hierzulande offenbar an Grössenwahn.

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Gelb und ein bisschen kleiner: SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg präsentiert die neue Note.
Gelb und ein bisschen kleiner: SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg präsentiert die neue Note.
Anthony Anex, Keystone
Ebenfalls zu sehen ist ein Eisenbahntunnel, der laut Zurbrügg für die Schweizer Ingenieurskunst stehen soll.
Ebenfalls zu sehen ist ein Eisenbahntunnel, der laut Zurbrügg für die Schweizer Ingenieurskunst stehen soll.
Anthony Anex, Keystone
Das Medieninteresse an der neuen Note ist riesig.
Das Medieninteresse an der neuen Note ist riesig.
Anthony Anex, Keystone
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Seit heute ist die neue Zehnernote im Umlauf. Viel wurde über den gelben Schein bereits geschrieben, ihr Aussehen, ihre Sicherheitsmerkmale, ob sie gefällt oder nicht. Nun hat die «Welt» ihr einen Artikel gewidmet.

Der Kommentar beginnt mit der Frage «Erheben die Schweizer jetzt Anspruch auf die Weltherrschaft?», worauf eine Beschreibung der neuen Note folgt: zwei Hände mit Dirigentenstab, die über einem Globus schweben. Es wirke, als würde die Schweiz den Takt der Welt vorgeben, heisst es im Artikel. Schnell wird aber eingelenkt, dass die SNB natürlich nicht diese Wirkung erzielen wolle.

Seitenhieb gegen Deutschland

Dennoch scheinen die mit der Banknote demonstrierten Eigenschaften der Schweiz – Pünktlichkeit und Präzision – etwas am Ego der Deutschen zu kratzen, denn zur Sprache kommt natürlich auch die Rückseite der Note, auf der Uhrwerk, Bahnnetz und Eisenbahntunnel abgebildet sind. Zitiert wird an dieser Stelle SNB-Vizedirektor Fritz Zurbrügg, der gegenüber Radio SRF sagte: «Einen solchen Tunnel im Schienennetz kann nur ein Land schaffen, das sehr gut organisiert und sehr pünktlich ist.»

Das könne durchaus als Seitenhieb gegen die Deutschen verstanden werden, heisst es im Artikel weiter. Schliesslich hinke man beim Bau der Anschlussstrecke der Rheintalbahn auf deutscher Seite zeitlich hinterher. Die Schweiz aber habe den Gotthard-Basistunnel ein Jahr früher als geplant fertigstellen können.

Dieser Triumph soll der Schweiz aber nicht vergönnt sein, weshalb sogleich die Produktionsprobleme der neuen Banknoten angesprochen werden. «Da lief zeitlich und organisatorisch mitnichten alles rund – im Gegenteil», schreibt die «Welt». Es scheint, als wollte man mit dem Artikel dem vermeintlichen hiesigen Grössenwahn einen Dämpfer verpassen.

Käse, Toblerone, Kühe

Pro und Contra finden sich in der Kommentarspalte. «Die Schweiz ist ein Mini-Staat mit eigener Währung, jedoch ohne jegliche politische Bedeutung», schreibt ein Leser. Ein anderer meint, dass der beschriebene Seitenhieb gegen die Deutschen «sehr an den Haaren herbeigezogen» sei. «So wie ich die Schweiz und die Schweizer kennen gelernt habe, entspricht es einfach nicht ihrer Natur, gegen irgendjemanden oder irgendetwas Seitenhiebe zu führen.»

Angeführt werden die Kommentare zurzeit aber von einer Person, die das Ganze mit Humor nimmt: «Statt dem ganzen abstrakten Kram hätte die Schweiz lieber mal ihre echten Errungenschaften abbilden sollen: Käse, Toblerone und glückliche Kühe auf der Alp.»

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