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Die Aludose hat sich ihren Platz im Ladengestell zurückerobert Von Monika Freund, sda Hintergrund

Die Aludose galt einst als grosse Umweltsünderin und wurde von Grossverteilern gar aus dem Sortiment gekippt.

Heute ist sie wieder salonfähig, wie neuste Zahlen zeigen: Letztes Jahr gingen 7674 Tonnen Aluminium in Form von Dosen über Schweizer Ladentheken. 2009 waren es noch 7000 Tonnen gewesen. Die Verpackungszahlen, welche das Bundesamt für Umwelt (Bafu) jeweils im Sommer veröffentlicht, zeigen für die Aludose seit einigen Jahren steil nach oben. Wurden im Jahr 2006 erst 4800 Tonnen Alu für Dosen verbraucht, waren es im Jahr darauf schon 5600 Tonnen und im 2008 bereits 6400 Tonnen. Wie viele Dosen das genau sind, ist nicht bekannt, da das Bafu zwar die Anzahl Tonnen Metall registriert, nicht aber die Zahl der verkauften Behälter. Klar ist jedoch, dass sich die Dose ihren Platz im Regal zurückerobert hat. Dies liegt nicht zuletzt am Import-Bier, das mittlerweile 22 Prozent des gesamten Bierkonsums in der Schweiz ausmacht. Wie Marcel Kreber vom Schweizerischen Verein für umweltgerechte Getränkeverpackungen (SVUG) erklärt, wird die Hälfte des Import- Bieres in Dosen angeliefert. «Trinken aus der Dose wieder akzeptiert» Heute würden aber nicht nur Brauereien, sondern auch andere Getränkeproduzenten wieder auf die Dose setzen, sagte Kreber. So zum Beispiel Red Bull, der Vorreiter unter den Energy-Drinks. Dort begründet man den Entscheid, das Getränk in Aluminium zu verpacken, mit den vielen Vorteilen dieses Materials. Aludosen seien unzerbrechlich, gut zu stapeln, kühlten die Getränke schneller als Glas oder PET und seien zudem sehr leicht. Für eine Dose werden heute je nach Grösse nur noch zwischen 8 und 13 Gramm Metall verbraucht. Das ist viel weniger als noch vor zehn Jahren, als die Wände deutlich dicker waren. Weil immer mehr Produzenten auf Alu setzen, ist es gemäss Kreber «wieder akzeptiert, aus einer Dose zu trinken». Bis vor wenigen Jahren habe die Dose wegen des hohen Energieverbrauchs bei der Herstellung als Dreckschleuder gegolten und sei von Konsumenten gemieden worden. Migros und Coop nahmen sie vor zehn Jahren gar vorübergehend aus dem Sortiment. Alu nicht belastender als PET oder Glas Ihren schlechten Ruf ist die Aludose mittlerweile losgeworden. Dies liegt gemäss der Igora Genossenschaft für Alu-Recycling vor allem daran, dass die Ökobilanz dieser Verpackungsart deutlich verbessert werden konnte. Der Materialbedarf pro Dose sei kleiner geworden, der Energieaufwand bei Herstellung und Transport somit ebenfalls. Der Energieverbrauch bei der Alugewinnung sei zwar immer noch hoch, sagt Chris Rüegg von Igora. Neue, grosse Aluminiumhütten würden heute weltweit aber zu insgesamt 60 Prozent mit Wasserkraft betrieben, was die Umweltbelastung weiter reduziert habe. Mehrere Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Aludose nicht umweltbelastender ist als eine PET- oder Glasflasche. Voraussetzung sei aber, dass die Dose rezykliert werde, betonte Rüegg. Nur so könnten 95 Prozent der Herstellungsenergie eingespart werden. Generell könne aber festgehalten werden, dass für die Ökobilanz eines Produktes heute weniger die Verpackung als vielmehr der Inhalt entscheidend sei. «Die Herstellung eines Nahrungsmittels kann die Umwelt sehr viel mehr belasten als Verpackung und Transport.» Notiz an die Redaktion: Folgt Extra mit Zahlen Verpackungsverbrauch 2010

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