Zum Hauptinhalt springen

Deutsche P S-Werften werfen das Handtuch

Stralsund D Bitterer Tag für die P S-Werften im deutschen Mecklenburg-Vorpommern: Nach wochenlangem Bangen und Hoffen hat das Unternehmen am Mittwoch beim Amtsgericht Stralsund einen Insolvenzantrag für die beiden Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast gestellt.

Der Antrag wurde von Werftchef Rüdiger Fuchs eingereicht, wie Unternehmens- und Gerichtssprecher bestätigten. Fuchs kündigte am Vormittag an, dass die Arbeiten erst einmal weitergehen sollen. Von der Pleite sind knapp 2000 Angestellte betroffen. Es sei die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren beantragt worden, sagte der zweite P S Geschäftsführer, Axel Schulz, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dabei kann das betroffene Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters in einem gewissen Rahmen weiter über das Vermögen verfügen. Auf einer Pressekonferenz in Stralsund sagte Werftchef Fuchs, bisher seien keine Aufträge storniert oder gekündigt worden. Ziel sei es, so viele Schiffe wie möglich weiterzubauen. Bisher sei allerdings auch noch keine aussergerichtliche Einigung über laufende Aufträge erzielt worden. Werften im Niedergang Die neueste Pleite reiht sich ein in den Niedergang der deutschen Schiffbauindustrie. Scharfe Konkurrenz aus Asien, Einbruch der Neubaupreise und die Flucht der Banken aus Finanzierungen setzen den Werften zu. Deutschland liegt mit einem Weltmarktanteil von einem Prozent inzwischen hinter Ländern wie Vietnam oder den Philippinen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Zahlen: 1990 arbeiteten noch 62'700 Menschen im deutschen Schiffbau. Heute sind es nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes deutlich weniger als 20'000. 1990 lag der Branchenumsatz bei 4,9 Milliarden Euro, 2011 waren es unverändert 4,9 Mrd Euro trotz 21 Jahren Teuerung. Nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik ist der Bau normaler Frachtschiffe völlig aus Deutschland abgewandert: Massengutfrachter, Containerschiffe und Öltanker kommen aus Korea, China oder Japan.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch