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Deutsche Banken brauchen in Schuldenkrise 5,5 Milliarden Kapital Kapitalbedarf von weniger als 10 Milliarden der französischen Banken

Frankfurt Die deutschen Banken kommen in der Schuldenkrise voraussichtlich um eine gewaltige Kapitalaufstockung herum.

Sie brauchen rund 5,5 Milliarden Euro frisches Kapital, bezifferte der Präsident des Landesbanken-Verbandes VÖB, Christian Brand, den Bedarf, um die Geldinstitute für eine Zuspitzung der Krise zu wappnen. «Das ist überschaubar», betonte er am Montag in Frankfurt. Zuletzt war über deutlich höhere Summen spekuliert worden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche von Insidern erfahren, dass der Kapitalbedarf der deutschen Institute nur im mittleren einstelligen Milliardenbereich liegt. Das könnten die Häuser ohne Staatshilfe stemmen. Am Sonntag hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass die Deutsche Bank bis Juni 2012 allein etwa rund zwei Milliarden Euro braucht. Auch die Commerzbank und die DZ Bank dürften ihre Kapitalpuffer aufstocken müssen. Systemrelevanz Welche Landesbanken betroffen sind, die schon in der Finanzkrise mit Milliardensummen gestützt werden mussten, blieb zunächst offen. Die kleineren Landesbanken würden wohl nicht als systemrelevant eingestuft und deshalb aussen vor gelassen. Offiziell äusserte sich bislang keine der Banken zu dem Thema. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich auf ihrem Gipfel in Brüssel grundsätzlich auf einen Kapitalisierungsplan für Europas grösste 60 Geldhäuser verständigt. Voraussichtlich bis Juni sollen sie auf eine Kernkapitalquote von neun Prozent kommen - und bräuchten dafür insgesamt rund 100 Milliarden Euro. Nur wenn sie die Mittel nicht selbst aufbringen können soll erneut der Steuerzahler einspringen. Die Beschlüsse werden wohl an diesem Mittwoch festgezurrt, wenn die Spitzenpolitiker erneut zusammenkommen. Französische Banken mit blauem Auge davon Auch die französischen Banken, allesamt sehr stark im hochverschuldeten Griechenland engagiert, kämen wohl mit einem blauen Auge davon. Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer sprach am Montag von einem Kapitalbedarf von weniger als zehn Milliarden Euro, was ebenfalls ohne staatliche Hilfe zu schaffen sei. Am stärksten träfe es Analysten zufolge wohl die Banken in den Schuldenstaaten selbst: Für griechische Institute etwa errechneten Experten einen Kapitalbedarf von 30 Milliarden Euro, für spanische wären es wohl 15 Milliarden Euro. Mit der Kapitalaufstockung sollen die Banken auch eine Pleite Griechenlands und deren Folgen überstehen können. Noch geht es nur um einen grösseren Forderungsverzicht der privaten Gläubiger auf griechische Staatsanleihen, wie er von der Politik gefordert wird. Hier zeichnet sich ein Entgegenkommen der Banken ab.

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