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Dauert der US-Steuerstreit noch drei Jahre?

Das Bankenprogramm steht, die Institute haben sich eingereiht. Doch was erwarten eigentlich die Banken selber? Ernst & Young hat bei über hundert Banken nachgefragt.

Die stürmischen Zeiten für den Schweizer Finanzplatz sind noch lange nicht vorbei: Zu schaffen machen den Banken vor allem die Auflagen der USA. (Bild: Dominique Meienberg)
Die stürmischen Zeiten für den Schweizer Finanzplatz sind noch lange nicht vorbei: Zu schaffen machen den Banken vor allem die Auflagen der USA. (Bild: Dominique Meienberg)

Bis zum 31. Dezember mussten sich jene Banken, die Steuersünder unter ihren Kunden vermuten, für das US-Programm anmelden. Die Beilegung des Steuerstreits dürfte indessen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. «2014 wird das Thema noch nicht beigelegt sein», sagte gestern Patrick Schwaller, Bankenexperte bei Ernst & Young (EY). Er schätzt, dass es bis 2015 oder 2016 andauern werde, bis jede Bank ihre Angelegenheiten mit den US-Behörden zu Ende verhandelt habe.

EY veröffentlichte gestern die Resultate einer Befragung von 120 Banken. Drei Viertel beurteilen das US-Programm als negativ oder eher negativ für den Schweizer Finanzplatz. Zwei Drittel der Institute erachten das im vergangenen August vereinbarte Programm als negativ für sich selbst. Kosten und Aufwand gehen für die Institute zu weit. «Viele Institute empfinden die detaillierte Aufbereitung als unverhältnismässig», sagte EY-Finanzexperte Bruno Patusi. Die Kosten der Aufbereitung der Daten und der Aufwand für die juristische Durchforstung der Kundenstämme könnten für kleinere Banken am Schluss höher ausfallen als die effektiven Bussenzahlungen.

Jede fünfte Bank prüft Stellenabbau

Die Unsicherheit um die US-Kunden dämpfe laut EY auch die Übernahmelust in der Schweizer Bankenwelt. Ansonsten ist für die Institute aber weitgehend klar, dass die Konsolidierung im Bankensektor weitergehen wird. Vor allem Auslandsbanken sind potenzielle Übernahmekandidaten, wobei genau diese derzeit auch speziell im Fokus der amerikanischen Steuer- und Justizbehörden stehen.

Für die Banken belastend wirken auch die Unsicherheit über den zukünftigen Marktzugang in der EU, regulatorische Auflagen sowie bei den Privatbanken der grosse Konkurrenzdruck in der Vermögensverwaltung. Trotz der ungünstigen Bedingungen sehen drei Viertel der Institute ihre Aussichten als positiv. «Die Banken sind insgesamt zuversichtlich», sagte Bankenspezialist Schwaller. Allerdings nehme auch die Zahl der Banken zu, die von einem rückläufigen Geschäft berichteten und damit negative Aussichten hätten. Während bei der aktuellen Studie ein Viertel der Banken von negativen Aussichten sprach, waren es 2010 lediglich 8 Prozent gewesen. Jedes fünfte Institut gab zudem an, in den nächsten Monaten einen Stellenabbau zu prüfen. Dies ist eine Verdoppelung gegenüber der letzten Befragung vor einem Jahr.

SDA/ldc

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