Besitzer des Victoria-Jungfrau prüfen Verkauf

Die Gruppe Aevis Victoria erwägt die Abspaltung ihrer Immobilien. Betroffen wäre auch das Hotel Victoria-Jungfrau.

Der prunkvolle Bau des Hotels Victoria-Jungfrau in Interlaken könnte bald neue Besitzer erhalten.

Der prunkvolle Bau des Hotels Victoria-Jungfrau in Interlaken könnte bald neue Besitzer erhalten. Bild: Fritz Lehmann

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Aevis Victoria ist ein Mischkonzern, der 17 Privatspitäler und 5 Luxushotels betreibt, darunter das Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken. Zudem besitzt die Gruppe 45 Liegenschaften an 18 Standorten in der Schweiz, die grösstenteils an Spitäler und Hotels der Gruppe vermietet sind. Wie Aevis Victoria am Gründonnerstag zum Geschäftsbericht 2017 mitteilte, prüft die Gruppe «strategische Optionen» für das Immobiliensegment.

Aevis Victoria könnte die Immobilien mit einer anderen Gesellschaft fusionieren und mit einem Partner weiter entwickeln oder verselbstständigen und an die Börse bringen. Auf einen möglichen Börsengang deuten Passagen in der Mitteilung: Das auf Spitäler und Hotels fokussierte Portfolio sei sehr widerstandsfähig gegen konjunkturelle Rückgänge und «ein derartiges Port­folio ist an der Schweizer Börse kaum vertreten, während es in den meisten europäischen und amerikanischen Märkten breit vorhanden ist», schreibt die Gruppe.

Ziel sei es, mit dem Schritt Wert für die Aktionäre zu schaffen und auszuschütten. Den Marktwert der 45 Immobilien – darunter die 7 Gebäude des Victoria-Jungfrau in Interlaken – beziffert Aevis Victoria auf knapp 1,2 Milliarden Franken. Die Immobilien wiesen nach den getätigten Investitionen einen überdurchschnittlichen Standard auf, hält die Gruppe fest.

Umsatzstarke Spitäler

Im Jahr 2017 verbuchte Aevis Victoria bei den Immobilien Mieteinnahmen von 58 Millionen Franken und einen Betriebsgewinn vor Umbaukosten (Ebitdar) von 48 Millionen. Bei den 5 Hotels resultierte bei einem Umsatz von 64 Millionen Franken im Vergleich zu den Immobilien ein deutlich tieferer Betriebsgewinn von 12 Millionen. Zu den Hotels gehört auch das Bellevue Palace in Bern, das von Aevis Victoria betrieben wird, aber der Eidgenossenschaft gehört.

«Ein solches Immo­bilienportfolio ist an der Schweizer Börse bisher kaum vertreten.»Geschäftsbericht Aevis Victoria

Die mit einem Umsatz von rund 506 Millionen Franken deutlich grösste Sparte Spitäler warf einen Betriebsgewinn von knapp 96 Millionen Franken ab. Unter dem Strich sank der Reingewinn der Gruppe von 2,7 Millionen im Vorjahr auf 1,1 Millionen Franken.

Die Idee der Kombination von Spitälern, Hotels und Immobilien ist es, von Gemeinsamkeiten im Einkauf und im Betrieb zu profitieren. Und Patienten der Privatspitäler sollen ihre Angehörigen in den Luxushotels unterbringen und sich nach medizinischen Eingriffen dort erholen. Ob dafür die Immobilien im Eigenbesitz sein müssen, wird nun überprüft

(Berner Zeitung)

Erstellt: 31.03.2018, 12:08 Uhr

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