Zum Hauptinhalt springen

Anwältin des Ex-Bankers: «Bank liess Elmer überwachen»

Der Ex-Banker Rudolf Elmer sei von seinem ehemaligen Arbeitgeber Julius Bär pausenlos beschattet worden.

Die Bank habe ihn so mundtot machen wollen, sagte seine Anwältin beim Prozess in Zürich. Elmer habe sich deshalb in einer absoluten Notlage befunden, als er die Droh-Emails an seine Ex-Vorgesetzten geschrieben habe, sagte sie. In diesem Mails verlangte Elmer, dass die Bank «sämtliche Massnahmen gegen ihre Mitarbeiter» einstelle, womit er in erster Linie sich selber meinte. Ein Detektivbüro habe mit bis zu elf Leuten dafür gesorgt, dass er und seine Familie sich ständig überwacht gefühlt hätten. «Die Detektive standen auch morgens um fünf Uhr vor seinem Haus.» Elmer habe sich mehrmals bei der Polizei gemeldet, allerdings ohne Erfolg. Auch seine Nachbarn hätten sich beschwert, weil die «schwarzen Männer» aufgefallen seien. Elmers Tochter habe sich zeitweise sogar davor gefürchtet, alleine zum Kindergarten zu gehen. Private Ermittlungen für die Staatsanwaltschaft Auch hinter einem Velounfall auf den Cayman Islands soll die Bank Julius Bär stecken. «Mein Mandant vermutet, dass er angefahren wurde.» Elmer erlitt beim Unfall Kopf- und Rückenverletzungen. Die Arbeit der Privatdetektive fand schliesslich auch Eingang in die Anklage der Staatsanwaltschaft - in Form von Überwachungsbildern, welche Elmer beim Verfassen eines Droh-Mails in einem Zürcher Internetcafé zeigen sollen. Dass private Ermittlungen «ohne jegliche kritische Würdigung» übernommen würden, bezeichnete die Anwältin als äusserst fragwürdig. Zudem sei ihr Mandant gar nicht zweifelsfrei identifizierbar. Das Urteil wird voraussichtlich noch am Mittwoch eröffnet. Elmer kündigte an, noch vor der Urteilsverkündigung am Nachmittag eine Pressekonferenz abzuhalten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch