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AMAG-Gründer Walter Haefner wird am Montag 100-jährig Von Lucia Theiler, SDA Biografie/Porträt

AMAG-Gründer Walter Haefner feiert am Montag seinen 100.

Geburtstag. Zwar hat der Milliardär die Führung der Autoimport-Firma an die zweite Generation übergeben, doch besucht er noch regelmässig sein Büro am Zürcher Utoquai. Haefner sei sehr gut über das Geschehen informiert, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der SDA. Der 100-jährige gelte bei Mitarbeitenden als «Entrepreneur der alten Schule, persönlich sehr bescheiden, mit grossem Weitblick und der Gabe, Entscheidungen schnell und im richtigen Moment zu treffen. Für ihn ist ein Wort ein Wort und er liess und lässt andere immer auch am Erfolg der AMAG teilhaben.» Walter Haefner gilt als einer der erfolgreichsten Unternehmern der Schweiz. Er begann seine Karriere nach der Handelsmatura 1929 als Verkaufsleiter bei Shell und wechselte später zum Autokonzern General Motors. Vor Kriegsausbruch im Herbst 1939 verliess Haefner das amerikanische Unternehmen und steckte seine Ersparnisse in die Lizenz für Holzkohlegeneratoren - ahnend, dass das Autogewerbe harte Zeiten vor sich hatte. Die Aggregate wurden unter dem Namen Autark durch eine Selbsthilfeorganisation von über 30 Garagenbetrieben, die die Autark- Gemeinschaft bildeten, auf den Markt gebracht. Zum AMAG-Besitzer wurde Haefner 1944. Er konnte die Gesellschaft, die unter ihrem Vorbesitzer in Konkurs ging, treuhänderisch übernehmen. 1945 gründete er die «Neue AMAG Automobil- und Motoren AG». Noch heute ist er alleiniger Besitzer. Grösster Coup 1948 Nach Kriegsende 1945 importierte Haefner die ersten Jeeps und knüpfte Kontakte zu Chrysler nach Amerika. AMAG wurde damit zum Importeur für Chrysler, Dodge und Plymouth. Den wohl grössten Coup landete Haefner aber im Jahr 1948: Er schloss einen Vertrag ab mit Volkswagen. Einen Monat später wurden dann die ersten Käfer in die Schweiz geliefert, bis Ende Jahr waren es bereits 1380 Stück. AMAG ist heute mit den Marken Volkswagen, Skoda, Audi, Seat, VW Nutzfahrzeuge und Porsche das grösste Schweizer Automobil- Unternehmen. Doch Haefner hat auch andere Firmen gegründet; auch solche, die nichts mit der Auto-Industrie zu tun haben. Nicht nur Autos Dazu zählen zum Beispiel der Waschmaschinen-Hersteller Novelectric (später als Novelan weiterverkauft an Siemens, dann an Schulthess, heute Teil der SIBIRGroup). Nach dem Grounding der Swissair im Herbst 2001 hatte Haefner mit 200 Mio. Fr. zur Aufstockung des Aktienkapitals der neu zu gründenden Fluggesellschaft beigetragen. Die Holding Careal, zu der auch die AMAG gehört und die seit 2005 von Haefners Sohn Martin geführt wird, ist als Aktionärin mit über 20 Prozent am amerikanischen Software-Anbieter CA Technologies beteiligt. Zum Familienimperium zählt auch die in der Rennpferd- Zucht aktive Moyglare Stud Farm. Dort hält Tochter Eva-Maria Bucher- Haefner die Zügel in der Hand. Klavierspielen und Orchideen züchten Haefner, dessen Vermögen gemäss des US-Wirtschaftsmagazins Forbes auf 3,3 Mrd. Franken geschätzt wird (Platz 287 auf der Liste der reichsten Menschen der Welt), ist selbst Liebhaber des Pferde- Rennsports und Kunstsammler. Er engagiert sich privat und als Gründer einer nach ihm benannten Stiftung auch für die Jugend, für die Forschung und die Kunst, wie die AMAG in einer Mitteilung zum runden Geburtstag mitteilte. Der Wirtschaftspionier lebt seit 60 Jahren am Zürichsee, züchtet Orchideen und spielt Klavier. Wie er seinen 100. Geburtstag feiert, sei Sache der Familie, sagte der Unternehmenssprecher weiter. Die AMAG-Belegschaft schenkt ihm eine Jubiläumsbroschüre mit Fotos der Mitarbeitenden. «Das grösste Geschenk dürfte aber für ihn sicher sein, wenn sich alle rund 4900 Mitarbeitenden täglich für 'seine' AMAG einsetzen».

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