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Abnehmer einigen sich auf Finanzierung des Militärflugzeugs A400M

Toulouse/Berlin Nach monatelangem Ringen um die Zukunft des Militärtransporters A400M haben die Abnehmerstaaten am Freitag einen Durchbruch erzielt.

Die sieben Bestellerländer einigten sich der französischen Regierung zufolge auf eine milliardenschwere Rettung des Projekts. Der Hersteller EADS begrüsste die in Toulouse erzielte Einigung, mit der eine Preiserhöhung von knapp zwei Milliarden Euro akzeptiert wird. EADS liefert den Kunden insgesamt nur 170 statt bisher geplant 180 Flugzeuge. Vor allem Deutschland macht Abstriche bei der Bestellung: Statt der ursprünglich für die Bundeswehr bestellten 60 Maschinen würden nur 53 fest abgenommen, teilte des Berliner Verteidigungsministerium mit. Auf sieben weitere Maschinen solle eine Option bestehen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums weiter. Ausserdem sollen die Flugzeuge für das deutsche Militär entgegen ursprünglichen Plänen nicht die voll automatisierte Tiefflugfähigkeit TMLLS (terrain masking low level flight) erhalten. Dieses Vorgehen sei mit den anderen Bestellernationen des A400M am Freitag in Frankreich abgestimmt worden. Grossbritannien nimmt 22 Flugzeuge und damit drei weniger ab. Die Massnahmen müssten noch durch die nationalen Parlamente gebilligt werden. Auf diesen Schritt hofft EADS-Chef Louis Gallois noch vor Jahresende. Er sagte, die nun getroffene Einigung werde keine weiteren finanziellen Auswirkungen für EADS haben. Der französische Verteidigungsminister Herve Morin sagte, der A400M sei ein wichtiges Projekt, das Europa nicht aufgeben könne. Andernfalls wäre Europa in dem strategisch wichtigen Bereich der Militärtransporte von den USA abhängig. Schwierige Verhandlungen Dem Durchbruch vom Freitag waren monatelange, harte Verhandlungen von EADS und den Kundennationen vorausgegangen. Die Vertragspartner - neben Deutschland, Frankreich und Grossbritannien auch Belgien, Luxemburg, Spanien und die Türkei - hatten sich zwar bereits im März grundsätzlich auf die Rettung des Milliardenprojekts verständigt. Die Verhandlungen über die abschliessende Einigung liefen jedoch nur schleppend und verzögerten sich mehrfach. Eigentlich sollte der Vertrag schon im Sommer unter Dach und Fach sein.

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