Ende eines Traumberufs?

Mit Uniform und Rollkoffer stolz durch fremde Städte ziehen: Dieses Bild der Flight-Attendants verliert seinen Glanz.

Oft nur wenige Jahre im Dienst: Swiss-Flight-Attendant bei der Arbeit. (Bild: Keystone)

Oft nur wenige Jahre im Dienst: Swiss-Flight-Attendant bei der Arbeit. (Bild: Keystone)

Die Begeisterung, jahrelang als Flight-Attendant zu arbeiten, nimmt offenbar ab. Die Fluggesellschaft Swiss kann ihr junges Flugpersonal oft nicht länger als zwei bis drei Jahre halten. Das schreibt die «Aargauer Zeitung» in der aktuellen Ausgabe. «Es ist eine Tatsache, dass sich Flight-Attendants oftmals nach zwei bis drei Jahren entscheiden, ihr Studium fortzusetzen, und so das Unternehmen auf eigenen Wunsch wieder verlassen», sagt eine Swiss-Sprecherin der Zeitung.

Diese Entwicklung betrifft nicht ausschliesslich die Swiss. Die «Aargauer Zeitung» zitiert den österreichischen Aviatik-Experten Kurt Hofmann, wonach sämtliche mitteleuropäischen Fluggesellschaften darunter leiden würden. Auch die Lufthansa oder Turkish Airlines seien mit demselben Problem konfrontiert. Dafür gebe es verschiedene Gründe. So habe das Renommee des Berufs als Flugbegleiter an Glanz verloren. Die Dienstpläne würden immer straffer, und auf einzelnen Langstrecken gebe es nur noch kurze Aufenthalte. Hinzu kommt, dass die ersten Jahre schlecht entlöhnt seien.

Wechsel auf stabilem Niveau

Die Situation dürfte sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. «Die Einsparmassnahmen und damit die Auswirkungen auf das fliegende Personal gehen weiter», erklärt Hofmann der «Aargauer Zeitung». Auf Langstrecken würde der Service von immer weniger Personal vorgenommen, wodurch die Arbeitsbelastung für die einzelnen Flugbegleiter weiter steige.

Die Swiss hält gegenüber der Zeitung fest, dass es nicht zu einer Häufung von Abgängen gekommen sei. Die Wechsel würden sich auf stabilem Niveau bewegen. Weiter sagt eine Swiss-Sprecherin gegenüber der Zeitung, dass das Unternehmen ein Interesse daran habe, das aufgebaute Know-how von Flight-Attendants im Unternehmen zu behalten. Der Verband des Kabinenpersonals Kapers reagierte nicht auf eine Anfrage der «Aargauer Zeitung».

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