Argentinien ermittelt gegen Fonds

Die argentinische Börsenaufsicht geht mit Verdacht auf Insiderhandel gegen mehrere Hedgefonds vor. Zudem wollte das südamerikanische Land, dass ein US-Richter entlassen wird.

Gibt nicht auf: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner. (4. August 2014)

Gibt nicht auf: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner. (4. August 2014)

(Bild: Keystone)

Nach der Staatspleite Argentiniens ermittelt die Börsenaufsicht des Landes wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen mehrere Hedgefonds. Die Regierung in Buenos Aires und die Investoren hatten sich nicht auf die Rückzahlung von Schulden einigen können.

Der Chef der Börsenaufsicht, Alejandro Vanoli, sagte am Montag, er habe seinen US-Amtskollegen um Informationen über Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) gebeten, mit denen man sich gegen einen Zahlungsausfall des lateinamerikanischen Staates absichern kann.

Seine Behörde will demnach klären, ob die Hedgefonds die Papiere besassen, während sie gleichzeitig mit Argentinien verhandelten. Die Nutzung von Insider-Informationen sei in Argentinien und den USA strafbar, sagte Vanoli auf einer Pressekonferenz.

Keine Versicherungen für die Hedgefonds

Der Konflikt geht auf die Staatspleite Argentiniens im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds Schuldtitel mit einen hohen Abschlag und fordern nun die volle Summe. Dies lehnt Argentinien ab.

Ein US-Gericht hatte angeordnet, dass Inhaber restrukturierter Anleihen nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch die Fonds bedient. In der vergangenen Woche trat deswegen ein Zahlungsausfall ein.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen hatten berichtet, dass die Hedgefonds keine Versicherungen abgeschlossen hätten, um sich gegen einen Kreditausfall des Landes schützen.

Richter wird nicht entlassen

Argentinien ist im Schuldenstreit mit einem Antrag auf Entlassung des gerichtlich bestellten Schlichters Daniel Pollack gescheitert. Er habe «grosses Geschick« bewiesen, befand Richter Thomas Griesa am Montag in New York. Pollack seines Postens zu entheben, wäre eine «krasse Ungerechtigkeit».

Argentinien verdächtigt ihn jedoch bereits seit längerem, parteiisch zu sein. Nachdem das Land vergangene Woche erneut in die Staatspleite rutschte, warf der Anwalt der Regierung in Buenos Aires ihm vor, mit seinen Äusserungen die Position Argentiniens in den internationalen Finanzmärkten untergraben zu haben. Das sah Griesa jedoch anders.

Richter Griesa verbot Argentinien, ausstehende Zinszahlungen bei anderen Gläubigern zu begleichen, solange der Streit mit den Hedgefonds nicht geklärt sei. Doch es kam keine Einigung zustande. In der Folge musste Argentinien zum zweiten Mal in 13Jahren einen Zahlungsausfall hinnehmen.

chk/sda/AP

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