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- Informatik 3D-Fernseher warten auf Filme Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Inzwischen bietet praktisch jeder Fernsehhersteller Geräte mit 3D-Modus an.

Mangelware sind allerdings dreidimensionale Filme. Wer nicht länger warten will, produziert selber 3D-Filme und 3D-Fotos. «Es wäre an der Zeit, dass das Huhn nun endlich Eier legt», sagte ein Branchenfachmann für 3D-Fernsehen an der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. Das Huhn-Ei-Problem behinderte die Einführung jeder neuen Technik. So machte ein Faxgerät keinen Sinn, solange andere kein Faxgerät hatten, und DVD-Player kaufte man erst, als genügend Filmscheiben lockten. Auch beim 3D-Fernsehen wollen Hollywood und Fernsehanstalten keine 3D-Inhalte produzieren, solange nicht genügend Geräte in den Stuben der Konsumenten stehen. Die Konsumenten ihrerseits wollen natürlich kein Geld für 3D-TV ausgeben, solange es auf dem Bildschirm nur in 2D flimmert. Fünf Filme 3D-Fernseher wurden inzwischen hunderttausendfach verkauft, die Anzahl deutschsprachiger 3D-Filme lässt sich aber noch immer an einer Hand abzählen. So listete der Internet-Laden www.dvd-shop.ch anfangs September genau fünf Blu-ray Disc mit 3D-Inhalt (Blu-ray 3D) auf, dazu gehören zwei Trickfilme und ein Dokumentarfilm. Zum Abspielen dieser Scheiben muss der Filmliebhaber übrigens einen neues, 3D-fähiges Abspielgerät kaufen. Unzählige andere 3D- Filme, die sich in alten BD- und DVD-Abspielgeräten nutzen lassen, sind technisch veraltet. Bereits für 3D gerüstet wären die Empfangsgeräte der Kabel-TV- Anbieter. Die grössten Anbieter Swisscom und Cablecom haben zwar angekündigt, 3D-Inhalte zu verteilen, bisher den «Tatbeweis» aber noch nicht erbracht. Auch wer auf Satellitenempfang setzt, könnte mit bestehenden Empfangsgeräten von 3D profitieren, aber auch hier fehlen entsprechende Sender für die Schweiz. Selber machen Den 3D-TV-Besitzern bleibt da nur die Selbsthilfe. Wer Familie und Freunde beeindrucken will, setzt diesen nicht nur eine 3D-Brille auf die Nase, sondern erstaunt sie auch gleich mit selbstgemachten 3D-Filmen. An der IFA wurden erste 3D-Filmkameras mit HD-Auflösung zu konsumententauglichen Preisen gezeigt. So wird die Panasonic HDC-SDT750 dank einer aufsteckbaren Doppellinse zweiäugig und erstellt dann Filme mit Tiefenwirkung. Diese lassen sich später direkt ab der Kamera auf jeden 3D- tauglichen Fernseher abspielen. Allerdings muss man bei der 3D- Filmerei auf Zoomen und die Hälfte der HD-Auflösung verzichten. Noch günstiger ist der Einstieg in die 3D-Filmerei mit Hobby- Geräten von Jay-tech und Aiptek, die allerdings nur bei Tageslicht 3D-Fime mit mässiger Auflösung produzieren. Von Fujifilm gibt es ferner eine 3D-Fotokamera, die auch dreidimensionale Filmchen erzeugen kann. Diese 3D-Inhalte lassen sich sogar ohne Brille direkt auf dem autostereoskopischen Kameradisplay dreidimensional betrachten. Mit PC-Software Dass sich mit herkömmlichen Fotokameras auch 3D-Inhalte erzeugen lassen, beweist Sony mit einer cleveren kostenlosen Funktionserweiterung für bereits gekaufte Modelle. Die Software in der Kamera wird dabei so angepasst, dass diese Panoramafotos in einem 3D-Modus erzeugen kann. Wird danach der Fotoapparat an einen 3D-Fernseher angeschlossen, kann man Standbilder und eine animierte Rundum-Sicht dreidimensional geniessen. Wer Zeit hat und experimentierfreudig ist, kann auch bestehende Filme am PC in die dritte Dimension umwandeln lassen. Das Windows- Programm «Formatwandler 2D zu 3D» fügt zu bestehenden Filmen aufgrund von Bewegungsanalysen automatisch Tiefenwirkung hinzu. Das Resultat kann man dann auf eine Film-DVD brennen oder zum Abspielen PC oder Notebook an den 3D-TV anschliessen. Wer keinen 3D- TV hat, kann das selbst produzierte 3D-Werk auch mit einer mitgelieferten Farbfilter-Brille begutachten.

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