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BZ us der Box«Wir kommen immer am Schluss»

Damit die Märit-Fahrer ihren Platz haben, muss Präsident Walter Stettler schon mal laut werden und zoffen – so etwa auch diese Woche wegen des Klimacamps auf dem Bundesplatz.

Idyllisch inmitten von Bäumen, die mit Äpfeln in 40 Sorten, Birnen und Nüssen schwer behangen sind, lebt der Obstbauer Walter Stettler in Bolligen. Diese Woche jedoch war die Idylle getrübt von den Klimaaktivisten. Sie blockierten den Bundesplatz, weshalb der Präsident des Berner Wochenmarkts verärgerte Kollegen beruhigen musste. Mit Ärger hat er Übung, denn: «Wir vom Märit kommen immer als Letztes.» Wenn nicht eine Demo für Unruhe sorgt, dann gibt es Dichtestress wegen der winterlichen Eisbahn.

Blickt Stettler in die kalte Jahreszeit, so erhitzt sich sein Gemüt erneut: Für den Zibelemärit hatte er einen alternativen Vorschlag eingereicht, damit dieser doch durchgeführt werden könnte. Erfolglos. Walter Stettler lässt in der neuen Folge der Podcasts «BZ us dr Box» Dampf ab.

Walter Stettler in seiner Apfelplantage in Bolligen.
Walter Stettler in seiner Apfelplantage in Bolligen.
Foto: Claudia Salzmann

Der Märit ist wegen des Coronavirus ziemlich durcheinandergeraten. Im Lockdown war er zwei Monate geschlossen, dann stellten die Marktfahrer ihre Stände im Turnus wieder auf, aber die Kundschaft fanden sie nicht mehr. «Auch ich habe die feinen Chäschüechli nicht mehr gefunden», sagt Stettler. Dabei esse er doch an jedem Markttag zwei oder drei dieser Käsekuchen.

Ob der altbekannte Charme des Märits auch ohne das «Gstungg» je wieder der gleiche sein wird? Oder gibt es sogar Vorteile? Hat der Markt den Generationenwechsel bei der Kundschaft geschafft? Oder werden nur die Marktfahrer älter und meinen, dass jüngere Kunden kommen? Auf all diese Fragen hat der erfahrene Märit-Fahrer Antworten.