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Beschwerden gegen AuftragsvergabeWieder verzögert sich eine Tunnelsanierung der BLS

Die BLS kann den Weissensteintunnel nicht wie geplant ab Juni 2021 sanieren. Auch bei diesem Projekt ist ein Streit mit dem Baukonzern Marti ausgebrochen.

Hier wird vorläufig nur das Notdürftigste geflickt: Der 112 Jahre alte Tunnel durch den Weissenstein bei Solothurn.
Hier wird vorläufig nur das Notdürftigste geflickt: Der 112 Jahre alte Tunnel durch den Weissenstein bei Solothurn.
Foto: BLS

Der Weissensteintunnel auf der Strecke zwischen Solothurn und Moutier ist in einem kritischen Zustand und muss dringend saniert werden. Im September vergab die BLS den Auftrag an den Baukonzern Implenia. Dagegen haben zwei Unternehmen Beschwerde eingereicht.

Die BLS hat die Vergabe zuerst vorläufig sistiert, um das Verfahren und die Bewertung der Angebote durch externe Experten überprüfen zu lassen. Der entsprechende Bericht habe das Vorgehen der Ausschreibung und die Vergabe des Auftrags gestützt, erklärt das ÖV-Unternehmen. Daraufhin habe die BLS den Zuschlag Ende November erneut an Implenia Schweiz vergeben. Die Kosten für die Sanierung des Tunnels wurden auf 85 Millionen Franken geschätzt.

Wegen einer neuerlichen Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht sieht sich die BLS nun gezwungen, die Sanierung zu verzögern. Sie hätte im Juni 2021 damit beginnen wollen. Nun muss insbesondere der bereits organisierte Bahnersatz-Verkehr für die 18-monatige Streckensperrung abgesagt werden. Und es sind bauliche Sofortmassnahmen nötig, damit der Tunnel weiterhin mit Zügen befahren werden kann.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei den beiden Firmen, die gegen die Auftragsvergabe Beschwerde eingelegt haben, um den Berner Baukonzern Marti und um die österreichische Porr-Gruppe. Porr zog die definitive Vergabe an Implenia ans Bundesverwaltungsgericht weiter. Marti hat noch Zeit bis Anfang Januar. Eine aussergerichtliche Einigung ist gescheitert.

Zwischen Marti und der BLS war es bereits bei der Sanierung des alten Lötschberg-Tunnels zum Eklat gekommen. Marti stellte hohe Nachforderungen für die laufende Gleiserneuerung wegen Mehrmengen von Aushubmaterial und Beton.

3 Kommentare
    laura

    Der Auftrag ist International Auszuschreiben. Kein CH Firma kommt in Betracht. Ende.