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Leserreaktionen zum Coronavirus«Mich nervt diese Hysterie»

Leserinnen und Leser erzählen, wie sie auf Nachrichten rund um das Coronavirus reagieren.

«Keine Masken» – Hinweis an der Tür einer Berner Apotheke.
«Keine Masken» – Hinweis an der Tür einer Berner Apotheke.
keystone-sda.ch

«Schockiert über Hamsterkäufe»

Privat bin ich cool, beruflich belastet es mich etwas stärker, da ich in der Reisebranche arbeite und die Auswirkungen stark sind. Sorgen mache ich mir überhaupt keine, und das Leben geht ganz normal weiter. Was mich schockierte, waren die Hamsterkäufe der letzten Tage. Ich sah beim Einkaufen einen Kunden, der hatte geschätzte fünfzig Dosen Lebensmittel in seinem Einkaufswagen. Gestelle waren teilweise leer. Unglaublich. Was ich bemängle, ist, dass man zum Virus die positiven Nachrichten in den Medien richtig suchen muss. Fast niemand schreibt über die Tausenden Menschen, die zwischenzeitlich geheilt sind. Lieber werden Liveticker veröffentlicht, in welchen man erfährt, dass es nun auch eine Erkrankung im Kanton XY gab. Es ist doch klar, dass es noch viele Erkrankte geben wird, wie halt bei einer Grippewelle auch.

Thomas Maag, Zollikofen

«Männer, die auf den Boden spucken»

In den letzten Tagen habe ich vermehrt beobachtet, wie Männer auf den Boden spucken. Nun habe ich gehofft, dass der Bund das auch bei den Massnahmen erwähnt. Vergeblich! Gerade in China gehört das praktisch zum guten Ton – mit entsprechenden Folgen. Leider muss ich als Mann feststellen, dass gerade unsere Spezies als Hauptschuldige dasteht. So verwundert es mich nicht, wenn sich das Virus ungehindert verbreiten kann.

Daniel Schranz, Thun

«Überspannte Reaktion der Behörden»

Jedes Jahr sterben in der Schweiz an der «normalen» Grippe einige Tausend Menschen, ohne dass spezielle Anordnungen wie Versammlungsverbot und dergleichen durchgesetzt werden. Die normale Grippeimpfung wird nicht einmal von den Spitalangestellten lückenlos wahrgenommen. Werden nun wegen einer allfälligen Coronavirus-Ansteckung einige 10 000 Tote erwartet? Müsste man meinen, wenn man die für mich überspannte Reaktion der Behörden, welche jetzt angeordnet und durchgesetzt wird, betrachtet. Vorsorge ja, Panik auslösen nein!

Erwin Meier, Zollikofen


«Und das Fahren mit dem Zug bleibt erlaubt»

Ein Fussballspiel im Freien (ab 1000 Zuschauenden) wird untersagt, das Fahren mit dem öffentlichen Verkehr bleibt erlaubt, obwohl dort Hunderte von Menschen auf engstem und in geschlossenem Raum aufeinandertreffen. Alle können sich selber die Frage beantworten, in welcher der beiden oben geschilderten Situationen die Ansteckungsgefahr wohl grösser ist! Und nur nebenbei: Im Auto kann ich mich nur selber oder allenfalls die zwei bis drei Mitfahrenden anstecken. Und in einem solchen Fall ist es auch einfacher, die Übertragungskette zu rekonstruieren. Bleibt zu hoffen, dass bei den beschlossenen Massnahmen in Zukunft Gleiches mit Gleichem verglichen wird.

Michael Geissbühler, Herrenschwanden


«Was soll das?»

Ich muss gestehen, mich nervt diese Hysterie und Panik­mache. Seien wir ehrlich; es gibt kaum Krankheitsfälle. Die Ansteckungsgefahr ist nicht grösser als bei einer normalen Grippe, und bisher sind auch kaum mehr Menschen an diesem Virus gestorben als an einer normalen Grippe. Das Problem sind die Medien, die bei jedem einzelnen Fall sofort darüber berichten – und ein Bundesrat und Behörden, die total überzogene Massnahmen ergreifen. Da frage ich mich wirklich: Was soll das? Ich kenne Menschen, die unter­dessen aus Panik alle andern terrorisieren. Hört endlich mit dieser Panikmache auf, und berichtet nicht mehr stündlich über jeden einzelnen Fall, ja nicht einmal mehr täglich! Das Ganze ist nicht nur für unsere Wirtschaft eine Kata­strophe, es ist auch für unsere Gesellschaft nicht gut. Es entsteht Angst und Misstrauen gegenüber jedem und jeder. Wie soll man da noch friedlich zusammenleben können?

Ruth Gibson, Kerzers


«Recht locker eingestellt»

Ich bin Primarlehrerin, und mich betrifft Corona insofern, als dass wir in der Schule uns nicht mehr zur Begrüssung die Hand geben und nach jedem Hereinkommen die Hände gründlich waschen. Ansonsten bin ich recht locker eingestellt, wir sind eine gesunde, junge Familie. Auch um unseren acht Monate alten Sohn mache ich mir keine Sorgen. Kinder sind offenbar weniger schwer erkrankt bis anhin. Ich finde, Angst oder Panik sind sehr schlechte Ratgeber, und die Medien tragen leider dazu bei.

Rahel Fernandez, Thun