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Virtueller Friedhof für Corona-ToteWie Spuren im Sand

Ein mexikanischer Künstler lässt Erinnerungsbilder von Verstorbenen im Sand nachzeichnen – als Alternative zum klassischen Begräbnis.

Auch eine Art Trost: Das Bild einer Verstorbenen – und ihre vergängliche Erinnerung im Sand.
Auch eine Art Trost: Das Bild einer Verstorbenen – und ihre vergängliche Erinnerung im Sand.
Fotos: Courtesy of the artist ©Pro Litteris

Mit einem sanften Lächeln begrüsst Fabiola Garcia Oropeza die Besucher des Memorials. Es findet gerade ein Ritual zu ihren Ehren statt. Neben dem fotografischen Schnappschuss der älteren Dame arbeitet ein robotischer Arm an ihrem Konterfei im Sand. Körnchen für Körnchen rieseln Linien und Schichten, bis das Antlitz der jüngst an Covid Verstorbenen konturenhaft im Sand erscheint.

«Meiner Urgrossmutter, die mir so viel Liebe geschenkt hat, die mich in schwierigen Zeiten am Leben erhalten hat, die mich inspiriert hat, dem zu folgen, was ich wirklich mochte, der ich einen Teil dessen verdanke, was ich bin und was ich sein werde ...», hat ein Verwandter daneben auf Spanisch notiert. Und mit diesen einfachen Worten die Danksagungen so vieler Enkel zusammengefasst, die während der schwierigen Pandemiemonate ihre Grosseltern nicht besuchen, in Tod und Krankheit nicht pflegen durften und sich auch bei ihrem Begräbnis auf das Allernotwendigste beschränken mussten.

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