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Handballer des BSV BernWichtig ist, dass das Publikum im Herbst wieder kommt

Der BSV Bern kann die Corona-Krise derzeit noch recht gut bewältigen. Entscheidend wird sein, ob die nächste Saison weitgehend normal ablaufen kann.

Sebastian Schneeberger (BSV) Bern) setzt vor voll besetzten Tribünen zum Wurf an. Bei den Bernern hofft man, dass dies bald wieder möglich ist.
Sebastian Schneeberger (BSV) Bern) setzt vor voll besetzten Tribünen zum Wurf an. Bei den Bernern hofft man, dass dies bald wieder möglich ist.
Foto: Christian Pfander

Am 13. März wurde der Spielbetrieb im Schweizer Handball wegen der Corona-Pandemie abrupt gestoppt, die Meisterschaft abgebrochen. Drei Wochen später hätte für den BSV Bern mit dem Playoff die Zeit begonnen, in der neben den Derbys gegen Wacker Thun die meisten Zuschauer in die Halle gekommen wären.

«Durch das vorzeitige Saisonende erlitten wir einen Verlust im sechsstelligen Bereich», benennt Präsident Peter Röthlisberger die finanziellen Folgen.

Die Berner Handballer mussten wie alle Sportvereine Massnahmen ergreifen. Sie erhielten einen Überbrückungskredit des Bundes in Höhe von 10 Prozent des Jahresumsatzes, der inklusive Nachwuchs knapp unter 2 Millionen Franken beträgt. Kurzarbeit wurde beantragt, die Stiftung Jugendförderung Sport for Kids als Eigentümerin der Gümliger Ballsporthalle erliess die Hallenmiete; genauso die Stadt Bern, wo in der Wankdorfhalle Nachwuchstrainings durchgeführt werden.

Und alle Angestellten mit Arbeitsvertrag, seien es Trainer, Spieler oder Mitarbeiter der Geschäftsstelle, verzichten für die Monate April bis Juni auf einen substanziellen Teil des Lohns. «Als wir dies etwa gegenüber den Spielern der ersten Mannschaft ansprachen, war die grundsätzliche Bereitschaft sofort da», sagt Geschäftsführer Achim Dähler. Durch diese Massnahmen ist die Liquidität aktuell gesichert; zusätzlich hofft man, dass vom Kanton Bern auch noch Geld fliesst. So erhielt etwa Pfadi Winterthur vom Kanton Zürich 100’000 Franken Soforthilfe, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Lieber später beginnen

Vorteilhaft wirkt sich aus, dass der BSV bei den Geldgebern breit abgestützt ist. Über die Sponsorenvereinigung Bärenclub mit 248 Mitgliedern werden über 60 Prozent der Ausgaben für die erste Mannschaft finanziert. Weder aus diesen Kreisen noch beim Rest der Geldgeber hat Röthlisberger bis jetzt Signale erhalten, dass sie in grösserem Stil aussteigen wollen.

Sehr wichtig sind aber auch die Zuschauereinnahmen. Die Berner wiesen in der abgebrochenen Saison mit 935 Besuchern den höchsten Besucherschnitt in der NLA auf. Wichtig sei, dass die Handballinteressierten erstens wieder in die Halle kommen dürften und zweitens auch keine Angst mehr hätten, dies zu tun. Partien wie jene am 12. März, als der BSV einen Tag vor dem Saisonabbruch auf den RTV Basel traf, bringen keine Einnahmen.

925 Zuschauer hätten kommen dürfen, 333 erschienen letztlich. Geschäftsführer Dähler bezeichnet das finanzielle Ergebnis aus diesem Spiel als «rote Null», Geld verdient hat der BSV an diesem Abend nicht.

Deshalb werden sich er und Röthlisberger auch dafür einsetzen, dass die Meisterschaft allenfalls später beginnen wird. Vorgesehen ist der Start für den 2. September. «Wir beginnen lieber erst im Oktober und dann vor vollen Rängen», sagen sie deutlich.

Sollte es aber etwa zu einer zweiten Corona-Welle kommen und im Spätherbst höchstens Geisterspiele möglich sein, dann würde auch der BSV Bern wie viele andere Vereine und Unternehmen in grössere Schwierigkeiten geraten.