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Schlagerette: Marie Louise WerthWerthvolle Weihnachtszeit

Traditionen, über die man früher gerne spottete, sind plötzlich das einzig Verlässliche. Stimmen wir uns also jetzt schon auf Weihnachten ein, zum Beispiel mit einer Verlosung.

Marie Louise Werth: Kennt man von den Furbaz. Sie geht auf Weihnachtstour, und wir mit ihr.
Marie Louise Werth: Kennt man von den Furbaz. Sie geht auf Weihnachtstour, und wir mit ihr.
Foto: PD

In jedem anderen Jahr hab ich mich empört über Samichlaus-Lebkuchen im September, Weihnachtssterne im Oktober und geschmückte Tännchen im November. Nicht so 2020. Weihnachten ist zu einer Art Lichtblick geworden, zu einem sicheren Wert in chaotischen Monaten. Egal, wie die Wahl in den USA ausgehen wird, egal, wo überall man Masken tragen muss – ich werde am 25. Dezember mit meiner Familie in Sigriswil sein und das Gleiche tun, wie letztes Jahr um dieselbe Zeit: reden, baden, essen, trinken. Es wird ganz sicher Weihnachten sein.

Die Schlagerwelt will nicht über globale Turbulenzen reden und fokussiert sich ebenfalls auf die Feiertage. Der deutsche Entertainer Teddy Herz hat sein launiges Weihnachtsalbum «Weihnachten mit Teddy Herz» bereits veröffentlicht. Florian Silbereisen und Thomas Anders wollen ihren Fans die Zeit bis im Dezember mit einer Winter-Edition ihres «Das Album» versüssen. Darauf enthalten sind 14 neue, weihnachtliche Nummern wie «Winter in New York» oder «Das schönste Geschenk». Erscheinungsdatum: 16. Oktober. Und auch Hansi Hinterseer will einigermassen früh auf die besinnliche Zeit einstimmen. Sein «Weihnachten miteinander» soll am 30. Oktober erscheinen.

Und wie sieht es in der Heimat aus? Vor wenigen Tagen hat Marie Louise Werth, die Frontfrau der Bündner Band Furbaz (ja, genau, das sind die, die 1989 mit dem Lied «Viver senza tei» am Concours Eurovision de la Chanson teilgenommen hatten und auf Platz 13 landeten) ihre Nadal-Weihnachtstournee 2020 und das Festtagsalbum «Magia d’amur» angekündigt. Wer die Sängerin und Pianistin aus der Surselva kennt, weiss: Ihre besinnlichen Lieder wirken wie eine Flucht aus dem überfüllten Shoppingcenter. Oder mehr noch wie das Ankommen daheim, wo es in Jahren wie diesem ab September nach Lebkuchen riecht, wo ab Oktober die Lichterketten leuchten und ab November ein Bäumchen steht.