Zum Hauptinhalt springen

Spitzenkoch mit neuem JobWerner Rothen wechselt in den Obstberg

Der ehemalige Punktekoch Werner Rothen hat eine neue Stelle. Ab Juni kocht er im Restaurant Obstberg im gleichnamigen Quartier.

Werner Rothen ist der neue Chefkoch in der Brasserie Obstberg.
Werner Rothen ist der neue Chefkoch in der Brasserie Obstberg.
Foto: Nicole Philipp

Es gibt drei Gründe, ins Berner Obstbergquartier zu ziehen: die schöne Aussicht, weil sich alle grüssen und die Brasserie Obstberg. Dort wird ab Anfang Juni ein neuer Küchenchef am Herd stehen: Werner Rothen.

Seit März ist bekannt, dass er das Restaurant Zum Äusseren Stand in der Zeughausgasse verlässt. Der 58-Jährige war ab 2018 für die Wiedereröffnung des historischen Restaurants verantwortlich. Das Haus wurde vom Zürcher Frauenverein totalsaniert.

Nach der Kündigung habe er einige Angebote erhalten, unter anderem vom Luxushotel Palace in Lausanne. «Aber Stellen in solch grossen Betrieben hatte ich schon. Mir war wichtig, dass ich mich bei meinem künftigen Arbeitgeber einbringen kann.» Deshalb habe er sich für ein Angebot eines kleineren Unternehmens entschieden.

Überraschung fürs Team

Die Brasserie Obstberg wird von Irene und Lukas Uehlinger geführt, die am Bärenplatz seit 21 Jahren das Café Fédéral innehaben. Sie eröffneten das Restaurant im Obstberg im Jahr 2009, 2014 kamen die ersten «Gault Millau»-Punkte, und seither wird konstant auf dem 13-Punkte-Niveau gekocht. Ende März kündigte ihr Küchenchef, weil er selber ein Lokal pachten wird.

Just zum Fest des 11-Jahr-Jubiläums der Brasserie Obstberg war der Vertrag unter Dach und Fach. Und Uehlingers stellten Werner Rothen dem Team als neuen Küchenchef vor. «Nach dem Lockdown mit einem neuen Küchenchef zu starten, bringt genau die Motivation, die das Team braucht», sagt Gastgeber Christian Schwendimann. Der 36-Jährige führt seit sechs Jahren den Obstberg für das Ehepaar Uehlinger. Dank Trennwänden bietet das Lokal drinnen 60 Sitzplätze, draussen im lauschigen Garten deren 45.

Irene und Lukas Uehlinger (links) sind die Inhaber der Brasserie Obstberg. Das Café Fédéral gehört ebenfalls zu ihrem Portfolio. Mit im Bild Christian Schwendimann (ganz rechts), der seit sechs Jahren im Obstberg Geschäftsführer ist.
Irene und Lukas Uehlinger (links) sind die Inhaber der Brasserie Obstberg. Das Café Fédéral gehört ebenfalls zu ihrem Portfolio. Mit im Bild Christian Schwendimann (ganz rechts), der seit sechs Jahren im Obstberg Geschäftsführer ist.
Foto: Nicole Philipp

Werner Rothen überarbeitete das ganze Angebot und startet ab Anfang Juni mit Fokus auf Produkte aus der Region. Die Klassiker wie Coq au Vin oder Bœuf bourguignon» werden mit Geschmortem, aber auch mit confierter Riesencrevette ergänzt. «Ich umschreibe meine Küche mit Brasserieküche mit weltlichem Flair», sagt Werner Rothen. Er will auch ein älteres Rezept aufleben lassen: den Hackbraten. Traditionell wird dieser mit Schweinefleisch zubereitet. Das Toastbrot verleiht ihm Konsistenz. Rothens Rezept beinhaltet weder das eine noch das andere. Es sei also bei Glutenunverträglichkeit zu empfehlen und auch für Menschen mit muslimischem Glauben, die kein Schweinefleisch ässen.

Die Stammgäste der Quartierbeiz müssten aber nicht befürchten, dass die Preise stiegen, versichert Irene Uehlinger. Aber Ambitionen streiten weder der künftige Koch noch die Inhaber ab. «Ein, zwei «Gault Millau»-Punkte mehr wären schön», sagt Werner Rothen. Als er im Restaurant Schöngrün von 2005 bis 2015 am Herd tätig war, lag seine höchste Bewertung bei 17 Punkten und einem «Michelin»-Stern. In der Punkteküche aufzusteigen, würde auch dem Inhaberpaar gefallen. «Wir haben den Anspruch, zur Top-Liga der Berner Gastronomie zu gehören», bestätigt Lukas Uehlinger.

7 Kommentare
    Juck

    Starkoch eben.