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Spitzen-Leichtathletik trotz CoronaWer will Kambundji und Co. herausfordern?

Diese Woche beginnt die ungewöhnliche Saison 2020 für die Leichtathleten. Ein junges Team aus Bern nutzt diesen Umstand dazu, die besten Sportler des Landes in einem neuen Format antreten zu lassen.

Mujinga Kambundji ist die Hauptattraktion von Citius Champs. Nun können sich die Herausforderinnen für einen Wettkampf gegen die WM-Dritte in Stellung bringen.
Mujinga Kambundji ist die Hauptattraktion von Citius Champs. Nun können sich die Herausforderinnen für einen Wettkampf gegen die WM-Dritte in Stellung bringen.
Foto: Raphael Moser

Das Coronavirus machte auch vor Matyas Kobrehel nicht halt. Der Co-Direktor des Berner Citius-Meetings gehört als gesunder, junger Mann zwar nicht zur Risikogruppe. Aber als Asthmatiker machte ihm die Corona-Erkrankung dennoch zu schaffen. Doch die Zeit in der Isolation hatte für den 24-Jährigen immerhin etwas Gutes: Er konnte sich viele Gedanken machen. Und so entwarf er ein Konzept für einen Leichtathletik-Wettkampf, der trotz aller Einschränkungen durchgeführt werden kann. «Wir wollten ein Zeichen setzen», sagt Kobrehel heute.

Am 24. Juli wird sein Plan im Wankdorfstadion in die Tat umgesetzt. Citius Champs nennt sich das Ganze. Kobrehel und Alain Croisier, die beiden Co-Direktoren des Citius-Meetings, bieten den Schweizer Topathleten damit eine Alternative, damit sie trotz der Ausfälle diverser internationaler Anlässe in einem kompetitiven Umfeld starten können.

«Wir rechnen damit, dass die besten Schweizer Athleten bei uns am Start sein werden.»

Matyas Kobrehel, Co-Direktor des Citius-Meetings

Mujinga Kambundji (über 100 m), Jason Joseph (110 m Hürden), Angelica Moser (Stabhochsprung) und Simon Ehammer (Weitsprung) haben bereits zugesagt. Weitere Gespräche laufen. «Wir rechnen damit, dass die besten Schweizer Athleten bei uns am Start sein werden», sagt Kobrehel. Schliesslich wird Citius Champs neben einem Meeting in Luzern der einzige Wettkampf hierzulande sein, der Leichtathletik auf hohem Niveau bietet.

Und das funktioniert so: Kambundji und Co. sind bereits für den Anlass gesetzt. Gesucht werden nun ihre Herausforderer. Diese können sich mit starken Leistungen an den in dieser Woche beginnenden kleineren Meetings für die übrigen Finalplätze qualifizieren. Allerdings behält sich das OK vor, einige wenige Wildcards zu vergeben. Und es gibt den Spitzenathleten ein Mitspracherecht, indem sie zum Beispiel als Herausforderer auch Athleten aus dem Ausland ins Spiel bringen könnten. «Aber unser Budget ist diesbezüglich begrenzt», hält Kobrehel fest.

Im eigentlichen Sinne revolutionär ist das Format von Citius Champs. In den technischen Disziplinen – Weitsprung, Speerwurf und Stabhochsprung – wird es in Bern einen Mixed-Wettkampf geben. Wobei hierbei Wert auf die Ausgeglichenheit gelegt wird. So dürfte etwa Angelica Moser, die derzeit beste Stabhochspringerin, mit dem fünftbesten Stabhochspringer antreten. «Meistens ist in diesen Disziplinen schon im Vorfeld klar, wer gewinnt. Mit diesem Format können wir den Zuschauern aber einen attraktiven Wettkampf bieten», sagt Kobrehel.

Apropos Zuschauer: Im Moment rechnet er nicht damit, dass das Wankdorf am 24. Juli für Publikum geöffnet wird. Dafür konnte aber ein Deal mit dem Schweizer Fernsehen eingefädelt werden. Es wird in einer Teilaufzeichnung über Citius Champs berichten.