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LeserreaktionenWer ist für den Umgang mit Steuergeldern verantwortlich?

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu verschiedenen aktuellen Themen.

Bernard Guillelmon (links) hat die BLS 12 Jahre lang geführt, Rudolf Stämpfli ist seit 2006 Verwaltungsrat. Diese Ära geht nun zu Ende.
Bernard Guillelmon (links) hat die BLS 12 Jahre lang geführt, Rudolf Stämpfli ist seit 2006 Verwaltungsrat. Diese Ära geht nun zu Ende.
Anthony Anex, Keystone-SDA

Wer ist hier verantwortlich?

Zu «Es gab keine versteckten Kassen»
Der Kanton als Besitzer der BLS, als Besteller der Leistungen (auch von Postautoleistungen) und als Kontrollorgan hat doch Verträge mit der BLS. Wieso müssen dann Bundesämter Fehler aufdecken? Wer ist hier Verantwortlich für den schlechten Umgang mit Berner Steuergeld beim Kanton Bern?
Onlinekommentar von Sepp Minder

Verwaltungsrat hat Aufsichtspflicht

Was ist eigentlich mit dem Verwaltungsrat? Gemäss Obligationenrecht hat dieser unübertragbare und unentziehbare Aufgaben wie die die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung und die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen. Onlinekommentar von Daniel H. Droz

Das stösst vielen Leuten vor den Kopf

Zu diversen Artikeln über die Konzernverantwortungsinitiative
Die Parteinahme und materielle Unterstützung der reformierten Landeskirche zugunsten der Konzernverantwortungsinitiative stösst viele Leute unnötig vor den Kopf. Gerade jetzt da unschöne Vorkommnisse an der Spitze der Landeskirche für negative Signale sorgten, ist das eine Hypothek, die dem Kirchenvolk zugemutet wird. Die besondere Stellung der Kirche in der Gesellschaft erleidet Schaden, da sie nun im Mainstream der wohlstandsgewohnten und tugendbelehrenden politischen Klasse mitschwimmt. Es ist hier nicht der Ort und Pro- und Kontra-Argumente für die Initiative wiederzugeben. Genauso wenig ist es nötig, dass die Kirche Vorlagen für Predigten und Bibelzitate zugunsten der Initiative verteilt. Es mutet überheblich an, für wie einfältig man die Gläubigen hält. Die Abstimmung bietet uns die Möglichkeit nicht vom Mainstream mitgespült zu werden. Wer aus Überzeugung der Initiative nicht zustimmt, ist trotzdem wertvolles Mitglied der Kirche und zahlt seine Kirchensteuer. Ein Ja zur Kirche und ein Nein zur Initiative kann man in Würde vertreten.
Jean Pierre Peternier, Worb

Das Geld fehlt dann an einem anderen Ort

Zur Abstimmung über die Erhöhung des Kinderabzugs
Erhöhung des Kinderabzugs? Das tönt gut und familienfreundlich. Ist es aber nicht. Denn dieser Kinderabzug gilt nur für die Bundessteuer. Die Hälfte der Familien mit unterstützungsberechtigten Kindern bezahlt gar keine Bundessteuer, weil sie zu wenig verdienen, und können daher auch keine Abzüge machen. Profitieren würden also nur besonders reiche Personen. Denn je höher das Einkommen ist, umso grösser ist auch die Abzugsmöglichkeit. Dieser Bschiss würde die Allgemeinheit 370 Millionen Franken im Jahr kosten. Das Geld fehlt dann an einem anderen Ort, zum Beispiel bei den Prämienverbilligungen. Damit trifft es also genau jene Familien, die gar keinen Abzug machen können. Der geplante Kinderabzug ist in Wirklichkeit eine versteckte Steuersenkung für Reiche. Den meisten Familien bringt er kaum etwas, sondern schadet ihnen sogar.
David Stampfli, Grossrat SP, Bern