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Was geht? Unsere AusgehtippsWenn die Blumen sprechen

Auf die Masken und los: Es herbstet, aber die Kultur blüht erst so richtig auf. Per Podcast, an einer langen Strasse und vor allem: in Thun.

Die Geranie, Ausdruck von Heimattümelei, ist ein Import – und hat mit Kolonialismus zu tun.
Die Geranie, Ausdruck von Heimattümelei, ist ein Import – und hat mit Kolonialismus zu tun.
Foto: Valérie Chételat

Blumen für die Ohren

Das gute alte Geranium und der Kolonialismus – was haben die beiden miteinander zu tun? Das kann uns der Podcast «Wie die Geranie nach Bern verschleppt wurde» von En Masse offenbaren. Er dreht sich um Berns koloniale Vergangenheit – und um Kommunikation in der Pflanzenwelt. In der Elfenau, wo der Podcast spielt, wird dieser am 24. September getauft. Mithilfe einer Hörlandkarte kann die Geschichte am Ort des Geschehens gehört werden. Aber natürlich tut es auch das Sofa.

Orangerie in der Elefenau, Bern. Premiere: 24. September, 18 Uhr. Podcast: Enmasse.ch/geranie.

Die Leute vom Quartier, porträtiert für die Ausstellung draussen. Die Interviews gibts per QR-Code.
Die Leute vom Quartier, porträtiert für die Ausstellung draussen. Die Interviews gibts per QR-Code.
Foto: PD

Quartier fürs Auge

«Wer wohnt und werkt da eigentlich?», fragt man sich gelegentlich, wenn man durch die Strassen streift. Die Ausstellung «Entlang der Schlossstrasse» in der Berner Schlossstrasse und auf dem Loryplatz gewährt Einblick ins Quartierleben: Die Fotoreportage auf Plakatständern zeigt Bewohnerinnen und Bewohner wie auch das ansässige Gewerbe. QR-Codes führen zu hintergründigen Interviews. Der Quartierverein Holligen-Fischermätteli hat das Projekt mit Fotografin Viviane Stucki realisiert, die selbst im Quartier wohnt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September in Bern zu sehen.

Vorhang auf für Ruth Schweikert.
Vorhang auf für Ruth Schweikert.
Foto: PD

Literatur fürs Gemüt

Das Thuner Literaturfestival wartet dieses Jahr mit einer besonders breiten Palette auf. Lesen werden neben anderen die beiden mehrfach ausgezeichneten Autorinnen Ruth Schweikert und Simone Lappert. Es gibt auch «Stoff für den Shutdown». Und wer Lust hat, steigt in den Literaturexpress-Zug, der von Bern nach Thun fährt. Die Autorin und Slam-Poetin Sandra Künzi wird die Mitreisenden mit wortgewaltigen Beiträgen zu begeistern versuchen.

Diverse Orte in Thun. 25. bis 27. September, Programm: www.literaare.ch.

Sophie Hunger spielte am 10. September bereits vor dem Berner ISC ein Konzert, nun tritt sie auch vor dem Mokka in Thun auf.
Sophie Hunger spielte am 10. September bereits vor dem Berner ISC ein Konzert, nun tritt sie auch vor dem Mokka in Thun auf.
Foto: Nicole Philipp

Hunger für die Seele

Thun ist dieses Wochenende ein Place-to-be, wie es scheint – denn dort gibt es neben Literaare auch so etwas wie ein Musik-Open-Air. Das Café Mokka organisiert die zweitägigen Schadau-Konzerte, die aber wegen der miesen Wetterprognose (Pessimisten rechnen mit einer Seegfrörni) von der ehemaligen Schadaugärtnerei in den Garten des Mokka verlegt werden, denn dieser ist weitgehend überdacht. Absolute Headlinerin ist Sophie Hunger, die am Freitag auftritt.

Mokka, Thun. Freitag und Samstag, 25./26. September.

Risiko für den Körper

Kraftvoll geht es im «Physical Dance Theater» von Marcel Leemann immer zu. In «High Risk Body» wird der Körper zur Waffe und schliesslich zum Schlachtfeld. Schliesslich geht es um nichts weniger als die Ausbeutung des Körpers im Tanz – zugunsten der Unterhaltung. Doch die Körper der zehn Tänzerinnen und Tänzer begehren auf, sie wollen «keine Investitionsanlage im internationalen Tanz-Fleisch-Markt» mehr sein.

Grosse Halle der Reitschule, Bern. Freitag, 25., bis Sonntag, 27. September.