Zum Hauptinhalt springen

LeserreaktionenWenige profitieren auf Kosten der Schwächsten

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen. Unter anderem zur Konzernverantwortungsinitiative.

Giftige Abgase: Kinder spielen vor einer Kupfermine von Glencore in Kankoyo in Sambia.
Giftige Abgase: Kinder spielen vor einer Kupfermine von Glencore in Kankoyo in Sambia.
Foto: Kadir van Lohuizen (Noor)

Zu «Mit diesen Tricks will die Wirtschaft die Konzernverantwortung bodigen»

Wenige profitieren auf Kosten der Schwächsten

Seit Jahren gibt es in der Schweiz immer wieder rechtspolitische Bestrebungen sowie parlamentarische Vorstösse, um ein mehr oder weniger kodifiziertes Konzernrecht zu schaffen. Erwähnenswert sind die beiden Motionen von 2001 sowie 2007 «Wer Vertreter in Verwaltungsräte schickt, soll mithaften» und «Schaffung eines schweizerischen Konzernrechts». Sämtliche Bestrebungen blieben aber erfolglos. Eine konzernspezifische Norm für eine Verantwortlichkeit der Muttergesellschaft ist bis heute inexistent. Wann ein Konzern, ein Konzern ist, ist einzig im Rechnungslegungsrecht definiert. Haftungsfragen werden dort keine behandelt. Mit der Konzernverantwortungsinitiative würde dem Parlament der Auftrag erteilt, ein längst überfälliges Konzernrecht zu schaffen. Bis anhin profitierten einige Wenige auf Kosten der schwächsten Menschen und der Umwelt. Dass die Schweiz als Demokratie das hinnehmen muss, ist schwer verdaulich. Was würden wir tun, wenn eine fremde Nation uns ausplündert?

Marc Salvisberg, Thun

Nicht immer erst auf Druck des Auslandes reagieren

Seco und Economiesuisse haben mit ihrer neoliberalen Handelsdoktrin nicht begriffen, dass die Handelsliberalisierung nur mit sozialen Schutzmassnahmen und ökologischen Kompensationen realisierbar ist. Und die Deutschschweizer Konzernchefs und ihre Wasserträger im Parlament verharren in ihrem anachronistischen Glauben, dass sie eine grenzüberschreitende Konzernhaftung verhindern könnten. Sie verdrängen diese neuen Realitäten der Weltwirtschaft genauso, wie mit dem Bankgeheimnis bei uns jahrzehntelang jedes Unrechtsbewusstsein zur Steuerflucht verdrängt worden ist. Wir sollten die Kraft aufbringen, unser Haus selber in Ordnung zu bringen, und nicht immer verspätet erst auf Druck des Auslandes.

Alex Schneider, Küttigen

Zu «Berner Badi verursach Fischsterben»

Ämter sollen die Konsequenzen spüren

Egal welche Zustände, egal welche Ämter zuständig und egal wie Komplex die beiden Fälle sind. Ich hoffe der Fall der Vergiftungen im Blausee wird genau so restlos aufgeklärt wie der Fall von diesem Badi-Chef. Die Verantwortlichen sollen mit der genau gleichen Härte bestraft werden wie der Badi-Chef. Sonst verliert unsere Justiz an Glaubwürdigkeit. Mit Verantwortlichen meine ich die, die den Schlamassel angeordnet haben, nicht der Büetzer, der nur Befehle ausgeführt hat. Und vor allem auch die Ämter, die geschlampt haben, sollen Konsequenzen spüren.

Florian Meyer, Weissenburg

Zu «Herr Berner, braucht Bern ein Weingut?»

Nur noch Show

Wenn Politiker in ihrer Sparwut jetzt am Rebberg ansetzen, dann ist es nur noch Show: Dem Bürger klar machen, dass sie sparen möchten. Für ihre Staatsempfänge aber empfehle ich «Billigweine» aus dem Ausland – da kann man in den Ausgaben etwas reinholen.

Online kommentiert: Nendaz