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LeserreaktionenWeiterhin mit Vollgas Richtung Abgrund

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Solange die Globalisierung nicht gebremst wird, so heisst es aus der Leserschaft, werden wir aus den Lockdown-Erfahrungen nichts lernen.
Solange die Globalisierung nicht gebremst wird, so heisst es aus der Leserschaft, werden wir aus den Lockdown-Erfahrungen nichts lernen.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Zum Interview mit dem neuen «Mister Corona» Stefan Kuster
«
Zu Infektionsherden kann es auch in der Schweiz kommen»

Weiterhin mit Vollgas Richtung Abgrund

Die Corona-Ansteckungen steigen wieder weltweit. Ein Hauptgrund ist der masslose, weltumspannende Verkehr von Personen, Waren und Dienstleistungen, ebenso der Einkaufstourismus und die Verschiebung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer. Insbesondere Viren, aber auch tierische und pflanzliche Schädlinge können sich dadurch innert kürzester Zeit um den Erdball ausbreiten. Es wird in Zukunft kaum mehr möglich sein, eine Pandemie zu verhindern. Trotz allem singen Politiker auf Druck von Lobbyisten und Profiteuren einer kurzsichtigen Gewinnmaximierung ein Loblied auf den freien Personen- und Warenverkehr. Die Nachteile gehen zulasten der Allgemeinheit, der lokalen Produktion und der einheimischen Flora und Fauna. Ich kann nicht verstehen, wie man nach der soeben gemachten Erfahrung mit dem Lockdown und der noch folgenden, wohl grössten Weltwirtschaftskrise weiterhin mit Vollgas Richtung Abgrund fahren kann.

Hansueli Stettler, Bolligen

Zitat des Tages

«Politiker singen auf Druck von Lobbyisten und Profiteuren einer kurzsichtigen
Gewinnmaximierung ein Loblied auf den freien Personen- und Warenverkehr.»

Hansueli Stettler, Bolligen

Zu «Zurück in den Lockdown»

Verzicht mit Verstand ist ein seltenes Gut

Jeder Mensch kann feststellen, dass in unserer Welt alles nach einem festen Prinzip von Ursache und Wirkung abläuft, obwohl Auswirkungen oft erst nach Jahrzehnten erkennbar werden. Dann aber umso heftiger. Corona hilft der Klimapolitik, jedoch scheint Verzicht mit Verstand ein seltenes Gut zu sein. Bereits im Elternhaus lernen Kinder, wo die Grenzen ihres Tuns sind und Wirkung einsetzt. Ganze Heerscharen von Erwachsenen sind da schon abgebrühter, vor allem ignoranter gegenüber der eigenen Leitplanke. Kein Gesetz verbietet, Fleisch aus dem nahen Ausland zu kaufen, obwohl man längst weiss, aus was für grausamer Massentierhaltung dieses Billigfleisch stammt. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Kathrin Gammenthaler, Meyriez

Zur Beschaffung neuer Kampfjets für die Schweizer Armee

Täuschungsmanöver im Abstimmungskampf

Beim Luftkampftraining sind Täuschungsmanöver notwendig und deshalb auch beim Training der Schweizer Luftwaffe gang und gäbe. Anders verhält es sich bei Volksabstimmungen. Da soll man auf Täuschungsmanöver verzichten und mit Argumenten kämpfen. Daran fehlt es aber offenbar bei den Befürwortern und Befürworterinnen der neuen, milliardenteuren Kampfjets. Sonst hätte Verteidigungsministerin Viola Amherd, der man sonst gute Arbeit attestieren kann, an ihrer Medienorientierung nicht mit der einzigen Kampfjet-Pilotin auftrumpfen müssen. Schön, dass endlich auch eine Frau der exklusiven Kampfjet-Piloten-Elite angehört. Aber das ändert nichts daran, dass der Kauf von Luxus-Kampfjets unsinnig wäre. Ein Nein zu den
Kampfjet-Milliarden öffnet die Möglichkeit für eine sinnvollere Luftverteidigung und spart Geld für Aufgaben im Gesundheitswesen und bei der Bildung.

Hermann Battaglia, Spiez

Zu «Jäger der verlorenen Geocaches»

Die Schweiz entdecken

Der Start in die Sommerferien bedeutet für viele den Aufbruch in ferne Länder oder an einen Strand am Mittelmeer. In diesem Jahr sollten wir aber einmal der Schweiz und ihrer einzigartigen Natur- und Bergwelt eine Chance geben. Auch in der Schweiz gibt es viele Orte, die es zu entdecken gilt. Die Zeit, in der es etwas Spezielles war, die Pyramiden von Gizeh oder die alte Inkastadt Machu Picchu zu fotografieren, ist vorbei. Jeder kann heute in Windeseile für relativ wenig Geld ans andere Ende der Welt fliegen. Sollten wir in einem Jahr, in der die grösste Wirtschaftskrise auf uns zurollt, das Geld nicht besser in der Schweiz ausgeben?

Thomas Hodel, Schötz