Die Schweizer Sportwirtschaft

Übersicht

Der Sport ist ein wichtiger Teil unserer Freizeit- und Unterhaltungskultur und der Spitzensport das glamouröse Aushängeschild. Die Branche Sport ist sehr vielfältig, die meisten Jobs gibt es im Sporttourismus und in Fitnesscentern.

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(Bild: Adobe Stock)

Sport bewegt: Athleten wecken mit Spitzenleistungen Bewunderung und Emotionen. Die grosse Masse bewegt sich gemächlicher, aber die meisten Menschen in der Schweiz treiben Sport. Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung machten mindestens einmal pro Woche Sport.

In der Schweiz gibt es rund 19 000 Sportvereine mit insgesamt gegen zwei Millionen Mitgliedern. In diesen Vereinen sind um die 350 000 Ämter zu besetzen, von denen etwa 4 Prozent entschädigt werden, die restlichen 96 Prozent werden ehrenamtlich ausgeübt. Der Sport ist ein wichtiger Teil unserer Freizeit- und Unterhaltungskultur.

Sport macht nur selten reich

Die Sportwirtschaft schafft 94 400 Vollzeitstellen. Damit beschäftigt der Sport ungefähr gleich viele Menschen wie die Land- und Forstwirtschaft und trägt gemäss einem Bericht des Bundesamtes für Sport 2,4 Prozent zur Gesamtbeschäftigung in der Schweiz bei. Die grössten Teilbereiche der Sportwirtschaft sind Sportanlagen, Sporttourismus, Vereine und Verbände. Zur Schattenseite des Sports gehören die Unfälle. Gerade bei den populärsten Sportarten wie Fussball und Skifahren ereignen sich die meisten Unfälle. Mehr als 400 000 Menschen verletzen sich jährlich beim Sport, Tendenz steigend. Damit sind Sportunfälle der am stärksten wachsende Bereich der Sportwirtschaft, was dem Teil der Bevölkerung recht gibt, der nach dem Motto «Sport ist Mord» keinen Sport betreibt. Die weiteren Sportbereiche sind Unterricht, Sportdienstleister wie Veranstalter von Sportanlässen, der Sporthandel, die Medien sowie die Produktion von Sportartikeln.

Der Spitzensport ist faszinierend, schillernd und glamourös. Die Stars sind Multimillionäre und weltberühmt. Aber Sport macht nur sehr selten reich. Denn wirtschaftlich zahlen sich die Anstrengungen der Spitzenathleten für die wenigsten aus. Der Grossteil der Spitzensportler, die in einer Studie des Bundesamtes für Sport befragt wurden, verdiente wenig: 40 Prozent verdienten mit dem Sport weniger als 14 000 Franken pro Jahr. Nur 16 Prozent der Schweizer Leistungssportler kamen auf ein Gesamteinkommen von über 70 000 Franken pro Jahr. Deutlich höher liegt der Grundlohn in der populärsten Sportart, dem Fussball: In der Super League im Durchschnitt bei immerhin 15 000 Franken pro Monat, in der Challenge League allerdings nur noch bei 3500 Franken pro Monat.

Professionalisierung in der Fitnessbranche

Im Breitensport sind Sportanlagen und Fitnesscenter die grössten Arbeitgeber mit einem Viertel der Vollzeitstellen. Noch immer boomen Fitness- und Gymnastikcenter und beschäftigen über 28 000 Menschen. Bis vor einigen Jahren arbeiteten in den Fitnesscentern ausschliesslich Quereinsteiger, die nach einigen Jahren Berufserfahrung mit der Berufsprüfung als Fitness-Instruktor einen eidgenössischen Fachausweis erlangen konnten. 2011 startete die erste Lehre als Fachfrau und Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung. Die Berufsprüfung als Fitness-Instruktor wurde 2018 abgelöst durch den Fachausweis Spezialist und Spezialistin Bewegungs- und Gesundheitsförderung.

2020 werden die ersten Experten und Expertinnen Bewegungs- und Gesundheitsförderungen ihr höheres eidgenössisches Fachdiplom entgegennehmen können. Dann ist auch die Gymnastik- und Fitnessbranche auf allen Stufen der Berufsbildung vertreten. Die Löhne bewegen sich gemäss den Lohnempfehlungen des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter Verbands nach der Lehre zwischen 4000 und 4300 Franken pro Monat und für Spezialistinnen mit Fachausweis zwischen 4600 und 4900 Franken.

Sport interessiert und begeistert, sportliche Wettkämpfe ziehen viele Menschen in ihren Bann. Die Sportbranche bietet als typische Querschnittsbranche in so unterschiedlichen Bereichen wie dem Tourismus, Sportmarketing, Unterricht, Fitness und dem Sporthandel Arbeitsmöglichkeiten.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: https://www.bildung-schweiz.ch/topics/freizeit-sport-spiel

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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