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Die Profis am Krankenbett

Sie sind gefragt wie nie: Pflegefachpersonen werden von Spitälern, Heimen und der Spitex umworben. Wer in dieser Branche arbeitet, hat gute Entwicklungschancen.

Monika Bachmann
Ein Berufsfeld mit Perspektive: Pflegefachpersonen werden auf dem Arbeitsmarkt immer begehrter.
Ein Berufsfeld mit Perspektive: Pflegefachpersonen werden auf dem Arbeitsmarkt immer begehrter.
H+

«Die Pflege ist eine sinnstiftende Tätigkeit, denn Menschen arbeiten mit Menschen und tragen soziale Verantwortung», findet Jürg Winkler vom Verband H+ Die Spitäler der Schweiz. Auch das Arbeitsumfeld sei attraktiv: «Moderne Technik und Digitalisierung gehören zum Alltag», betont der Fachverantwortliche für Bildungspolitik. Die Pflege punktet mit weiteren Vorteilen. Wer einen Job sucht, findet jederzeit ein passendes Angebot: ob im Akutbereich, in der Langzeit­pflege, der Rehabilitation oder der Psychiatrie.

In der Branche gibt es einen Fachkräftemangel. «Wir schätzen, dass derzeit rund 6000 Stellen unbesetzt sind» erklärt Winkler. Davon betroffen seien alle Versorgungsbereiche, also Kliniken, Heime und die Spitex. Die Situation dürfte sich noch weiter zuspitzen. Ein Bericht des Schweizer­ischen Gesundheitsobservatoriums zeigt auf, dass sich der Bestand an Pflegefachpersonen bis 2030 um rund 30 000 erhöhen müsste, um den Bedarf zu decken.

Langsam aufsteigen

Wer sich für einen Pflegeberuf entscheidet, sichert sich somit auf lange Zeit einen Arbeitsplatz. Der Einstieg kann auf verschiedenen Wegen gelingen, wie Christine Bally vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) ausführt. «Von der Berufslehre bis hin zum Masterstudium ist alles möglich», so die Leiterin Bildung. Theoretisch kann sich eine Realschülerin Stufe um Stufe und über bestimmte Passerellen weiterbilden (s. Box) und sogar in der Pflege promovieren. Möglich macht dies die Schweizer Bildungssystematik Gesundheit, die von der Dachorganisation Oda Santé ausgestaltet wurde.

Die Qualität sichern

Je nach Abschluss üben Pflegende unterschiedliche Tätigkeiten aus. Ein Assistent Gesundheit und Soziales unterstützt Patientinnen und Patienten vor allem im täglichen Leben. Er hilft ihnen bei der Grundpflege, beim Essen oder begleitet sie bei Spaziergängen. Erweiterte Kompetenzen haben Fachfrauen/Fachmänner Gesundheit: Sie führen dazu auch einfache medizinaltechnische Verrichtungen aus, etwa Blutdruck messen oder Blutentnahmen.

Anders sieht der Wirkungsbereich von diplomierten Pflegefachpersonen HF oder FH aus: «Sie erstellen Pflegediagnosen und tragen die Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess», so Bally. Sie führen also nicht nur Pflegemassnahmen durch, sondern kontrollieren auch Wirkung und Erfolg. Fachpersonen mit einem Bachelor- oder einem Masterabschluss (FH) beteiligen sich zudem an Forschungsprojekten und leisten damit einen Beitrag für die Verbesserung der Pflegequalität.

Eine aktive Branche

Das Berufsfeld der Pflege gehört zu den grössten der Schweiz: «Es umfasst rund 5 Prozent der arbeitenden Bevölkerung», so Jürg Winkler. Diese Zahl dürfte noch wachsen, da die Lebenserwartung steigt und immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind. Eine aktuelle Kampagne der Branchenorganisationen betitelt die Arbeit in der Langzeitpflege deshalb gar mit «Der wichtigste Job der Schweiz». Will man den Bedarf an Fachkräften langfristig sicherstellen, braucht es laut Christine Bally politische Massnahmen. Die vomSBK lancierte Pflegeinitiative, die derzeit auf Bundesebene verhandelt wird, fordert unter anderem staatliche Unterstützung für die Aus- und Weiterbildung von Pflegefachpersonen.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.bildung-schweiz.ch/topics/gesundheit-und-medizin

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