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Neue Zahlen des MigrationsamtesDie Zuwanderung in die Schweiz nimmt ab

Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Statistik der Ein- und Auswanderungen. Letztere sind sogar um über 14 Prozent zurückgegangen.

Verschiedene Landesflaggen an einem Haus in Zürich: Von April bis Juni gingen in der Schweiz sowohl Zu- wie Auswanderung stark zurück.
Verschiedene Landesflaggen an einem Haus in Zürich: Von April bis Juni gingen in der Schweiz sowohl Zu- wie Auswanderung stark zurück.
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass mehr Menschen geblieben sind, wo sie waren. Im ersten Halbjahr 2020 wanderten im Vergleich zur Vorjahresperiode 5,7 Prozent weniger Leute in die Schweiz ein. Die Auswanderungen gingen sogar um 14,4 Prozent zurück.

Der Wanderungssaldo lag bei knapp 26'000, das sind 1323 Personen mehr als im Vergleichszeitraum. Die Zunahme ist zwei Umständen geschuldet, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mitteilte: Einerseits der hohen Zuwanderung im Januar und Februar, die auf die guten Konjunkturaussichten zurückging, andererseits der rückläufigen Auswanderung im April und Mai, die durch die Einschränkung der Reisemöglichkeiten während des Lockdowns bedingt war.

Am stärksten ging die Zahl der in die Schweiz eingewanderten Personen im Mai zurück, als 5132 Personen, also 42 Prozent weniger, immigrierten. Im April waren es 28, im Juni 8 Prozent weniger als in der Vergleichsperiode. Auch die Auswanderung war stark rückläufig: Im April sank sie um mehr als ein Drittel, im Mai um ein knappes Fünftel und im Juni um ein Zehntel.

Strenger Bedarfsnachweis

Aus der EU/EFTA/UK ging die Zuwanderung von Arbeitskräften mit befristeten und unbefristeten Verträgen im ersten Halbjahr um 57'072 Personen zurück. Vom 25. März bis zum 8. Juni 2020 war ihre Einreise auf Tätigkeiten beschränkt, die einem überwiegenden öffentlichen Interesse gemäss der Covid-19-Verordnung 2 entsprechen.

Vorrang hatten Tätigkeiten, welche die Verfügbarkeit von essenziellen Gütern und Dienstleistungen in den Bereichen Heilmittel und Pflege, Lebensmittel, Energie, Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie sicherstellen. «Dank der Zuwanderung von Arbeitskräften aus der EU/EFTA/UK konnte der Bedarf der Schweizer Wirtschaft gedeckt werden», hält das SEM fest.

Getrennte Familien

Familiennachzug nahmen 16'363 Personen in Anspruch, 7,6 Prozent weniger Bewilligungen als im Vegleichszeitraum wurden erteilt. Die Zulassung ausländischer Familienangehöriger von Schweizerinnen und Schweizern oder von Staatsangehörigen der EU/EFTA/UK war vom 25. März bis zum 11. Mai 2020 beschränkt, für Familienangehörige von Drittstaatsangehörigen galt die Beschränkung bis zum 8. Juni 2020.

Im April ging dieses Segment der Zuwanderung um 17 Prozent zurück, im Mai um 35 und im Juni um 19 Prozent. «Mit der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen und der sich stabilisierenden Gesundheitslage dürfte sich die Situation normalisieren», mutmasst das SEM.

SDA

135 Kommentare
    Mira S.

    Immer nur geht es um Wohlstand und Wirtschaft - mag sein, dass wir die Gürtel enger schnallen müssen - das werden wir wohl sowieso früher oder später tun müssen - Ewiges Wirtschaftswachstum führt in die ökologische Krise - in der wir leider schon bis über beide Ohren stecken. Wenn die Schweiz weiter so stark wächst sind wir zwar vielleicht "reich" (wahrscheinlich ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung) aber ersticken in der Enge. Die unbeschränkte Zuwanderung ist im Grunde aus meiner Sicht ein Resourcen-Klau. Wir sparen an der Ausbildung unserer Kinder und kaufen die von anderen Ländern gut ausgebildeten Fachkräfte billig ein. Beispiel : Wir haben zu wenig Aerzte, nicht weil wir zu wenig Studierende hätten, die gerne Medizin studieren möchten, sondern weil wir einen sehr strengen Numerus Clausus haben - ein Medizinstudium ist teuer - weshalb selber ausbilden, wenn man billig einkaufen kann. Es gibt in der Pflege weniger Ausbildungsplätze als junge Menschen, die sich dafür interessieren würden - Einfuhr von Pflegefachkräften ist billiger als sie selber auszubilden. Unser MaturaPfad ist ein enger ca. 20 % unserer Jungen können eine Matura vorweisen, deutlich weniger als in den umliegenden europäischen Ländern (ca. 50%), nicht weil unsere Kinder dumm wären - nein, weil wir die Latte so hoch setzen. Ich weiss, dass die BGI diesen Missstand nicht ändern wird. Ich stimme ein JEIN - ich weiss, dass damit mein Stimmzettel ungültig ist.