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Wo die Gewinner ihre Stimmen holten

Eine erste Nachwahlbefragung hat Überraschungen gebracht: So hat die BDP nicht in erster Linie auf Kosten der SVP Stimmen geholt. Und die Grünen haben nicht am meisten Wähler an die Grünliberalen verloren.

In der Wählergunst: Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen, und Hans Grudner, Präsident der Bürgerlich Demokratischen Partei BDP.
In der Wählergunst: Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen, und Hans Grudner, Präsident der Bürgerlich Demokratischen Partei BDP.
Reuters

Die Siegerinnen der Nationalratswahlen, die Grünliberalen und die BDP, haben laut einer Nachwahlbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern auf Kosten der FDP, der SVP und der SP gewonnen. Überraschend sei unter anderem, dass die BDP nicht nur aus dem bürgerlichen Lager Stimmen erhalten habe, sondern auch von enttäuschten Sozialdemokraten, sagte Claude Longchamp, Leiter von gfs.bern, heute Abend in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

Am meisten Stimmen holten die BDP-Kandidaten gemäss der Umfrage bei der Anhängerschaft der FDP. Etwas weniger Stimmen gaben ihr Wähler aus dem Umkreis von SVP und SP. Den Grünliberalen wiederum flossen gemäss der Befragung Stimmen aus dem Umfeld von SP und FDP zu und etwas weniger von den Grünen.

CVP mit Mobilisierungsproblem

Überraschend sei weiter, dass die CVP nicht an die neuen Parteien Stimmen verloren habe, sagte Longchamp. Die Christlichdemokraten hätten schlechter abgeschnitten, weil sie höchstwahrscheinlich durch innere Demobilisierung geschwächt worden seien.

Die Umfrage zeigte zudem starken Rückhalt für die BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. 68 Prozent der befragten Wähler fanden, dass die derzeitige Finanzministerin Bundesrätin bleiben sollte. 21 Prozent vertraten die Ansicht, dass das Parlament sie nicht wiederwählen sollte.

Mächtiger Status Quo

Allzu überraschend sei das für die Schweiz nicht, sagte Longchamp. Die Wählerinnen und Wähler orientierten sich am Status Quo, wenn es um die Zusammensetzung des Bundesrates gehe.

Die telefonische Nachwahlbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern wurde bei 1010 Personen im Auftrag der SRG SSR durchgeführt. Die Befragten gaben an, gewählt zu haben.

SDA/rub

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