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Wahlprognose: FDP verliert knapp ein Viertel ihrer Sitze

Eine Simulation prognostiziert die Ergebnisse der eidgenössischen Wahlen. Die FDP wäre demnach die grosse Verliererpartei. Freuen dürfen sich die Grünliberalen und eine junge rechtspopulistische Protestpartei.

Geht es nach Michael Hermann, so wird die FDP als grosse Verliererin aus den kommenden Nationalratswahlen hervorgehen. Gemäss einer Wahlsimulation, die der Politologe in der «NZZ am Sonntag» präsentiert, muss die Partei mit acht Sitzverlusten rechnen. Von den derzeit 35 freisinnigen Nationalräten würden nur noch 27 gewählt.

Der Politikwissenschafter von der Forschungsstelle Sotomo wendete für seine Berechnung eine neuartige Simulation an. Die Momentaufnahme stützt sich dabei auf die letzten Wahlumfragen sowie zusätzliche Informationen wie etwa Sitz- und Parteikonstellationen in den Kantonen und Listenverbindungen. Mit Hilfe der gesammelten Daten prognostizierte Hermann für jeden Kanton die Wähleranteile und berechnete schliesslich die Sitzverteilung, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

SVP bleibt stärkste Partei – SP rückt näher

Eine eher schlechte Prognose erstellt Hermann auch für die CVP, die demnach drei Sitze verlieren würde und die Grüne Partei, die nach dem 23. Oktober zwei Nationalräte weniger stellen würde (siehe Grafik). Die SVP wird gemäss dem Politologen mit 62 Sitzen weiterhin die stärkste Kraft sein, gefolgt von der SP mit 45 Sitzen. Die BDP, die zum ersten Mal bei den Wahlen antritt, soll auf Anhieb sieben Sitze gewinnen. Die Grünliberale Partei wäre mit fünf gewonnenen Sitzen der Wahlsiegerin – prozentual gerechnet.

Den Grund dafür, dass die FDP hinter die CVP fallen könnte, vermutet Hermann im Fehlen von Listenverbindungen. In vielen Kantonen tritt die FDP alleine an und kann somit nicht auf die Stimmen anderer Parteien hoffen. «Das ist der Grund, weshalb sich die Stimmenverluste bei keiner anderen Partei so brutal niederschlagen», sagt Hermann gegenüber der« NZZ am Sonntag».

Mouvement Citoyens Genevois könnte Sitz gewinnen

Auch für die jeweiligen Kantone hat Hermann die Sitzverteilung berechnet. Demnach würde die CVP in Zürich möglicherweise zwei ihrer drei Sitze verlieren. Im Kanton Aargau könnte die SVP mit sieben der insgesamt 15 Sitze aus dem Rennen gehen und im Kanton Genf besteht für den rechtspopulistischen Mouvement Citoyens Genevois die Möglichkeit, einen ersten Sitz zu gewinnen.

Der Aderlass der FDP wäre gemäss der «NZZ am Sonntag» bereits ein möglicher Indikator für die kommenden Bundesratswahlen. Als nur noch viertstärkste Partei käme der Anspruch der Partei auf zwei Bundesratssitze ins Wanken.

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