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Keller-Sutter zur Ständerätin gewählt – Eugen David tritt nicht mehr an

Der CVP-Ständerat hat entschieden, nicht mehr zum zweiten Wahlgang anzutreten. Im ersten Durchgang feierte Karin Keller-Sutter einen souveränen Sieg. Die «oberste Patientenschützerin» zieht in den Nationalrat ein.

In den Ständerat gewählt: Karin Keller-Sutter
In den Ständerat gewählt: Karin Keller-Sutter
Keystone

Im Kanton St. Gallen prägen zwei Überraschungen den Wahlsonntag: Das überragende Wahlergebnis von FDP- Ständeratskandidatin Karin Keller-Sutter und der Sitzgewinn der Grünliberalen im Nationalrat. An den Kräfteverhältnissen verändert sich aber wenig.

Keller-Sutter verteidigte den FDP-Sitz von Erika Forster souverän. Die 47-jährige Justizdirektorin erhielt im ersten Wahlgang 101'181 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 78'357 Stimmen. Die anderen Kandidierenden schafften die Wahl in den Ständerat nicht.

Am zweitmeisten Stimmen erhielt Toni Brunner. Mit 56'347 Stimmen lag der Parteipräsident der SVP noch vor dem Bisherigen Eugen David von der CVP, der 47'774 Stimmen auf sich vereinte.

SP-Herausforderer Paul Rechsteiner errang 44'348 Stimmen, Yvonne Gilli (Grüne) erhielt 24'183 Stimmen. Jürg Gehrig (BDP) ist mit 5311 Stimmen weit abgeschlagen. Auf Vereinzelte entfielen 2451 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 51,7 Prozent.

Brunner tritt nochmals an, David verzichtet

Der zweite Wahlgang findet am 27. November statt. Die Parteien haben bis Dienstagabend Zeit, ihre Wahlvorschläge einzureichen. Keine Bedenkzeit braucht die SVP: «Wir kämpfen bis zum Schluss», sagte Toni Brunner. Brunner anerkennt den Erfolg der FDP, ist aber trotzdem zufrieden mit seinem Resultat. Er habe deutlich besser abgeschnitten als der bisherige Kandidat der CVP.

Yvonne Gilli, die ihren Sitz im Nationalrat verteidigte, verzichtet «zu Ungunsten der SVP» auf die Teilnahme am zweiten Wahlgang. Nicht mehr antreten wird auch der bisherige CVP-Ständerat Eugen David. Die CVP will ihren Sitz im Ständerat halten. Mit wem, wird die Parteileitung am Montag bekannt geben.

Sitzgewinn für die Grünliberalen

Im Nationalrat haben die Grünliberalen mit der Patientenschützerin Margrit Kessler einen Sitz gewonnen. Verliererin ist die SVP, die mit vier Sitzen aber weiterhin die stärkste Delegation nach Bern schickt. Die Stimmbeteiligung betrug 46,8 Prozent.

Die Grünliberalen gewannen ihren Sitz dank einer Listenverbindung mit der BDP. Die SVP, die nach dem Parteiwechsel von Thomas Müller von der CVP zur SVP zuletzt sechs der zwölf St. Galler Sitze innehatte, stellt nur noch vier Nationalräte.

Bei der SVP abgewählt wurde der Landwirt Elmar Bigger. Die andern Bisherigen Toni Brunner, Lukas Reimann, Thomas Müller und Roland Rino Büchel verteidigten ihre Sitze.

CVP neu mit Markus Ritter

Die CVP kommt wie 2007 wieder auf drei Sitze: Gewählt wurden Lucrezia Meier-Schatz, Jakob Büchler (beide bisher) und neu Markus Ritter, Präsident des kantonalen Bauernverbands. Die FDP konnte ihren einzigen Sitz von Walter Müller halten.

Auch die SP und die Grünen verteidigten ihre Mandate: Die drei Bisherigen Paul Rechsteiner (SP), Hildegard Fässler (SP) und Yvonne Gilli (Grünen) wurden wiedergewählt.

Die SVP kam noch auf einen Wähleranteil von 31,5 Prozent (-4,3 Prozent gegenüber 2007). Wähleranteile verloren auch die CVP mit 20,3 Prozent (-1,1), die FDP mit 12,3 Prozent (-1,3) und die EVP mit 1,8 Prozent (-0,2).

Die SP, die vor vier Jahren deutlich Wähler verloren hatte, legte auf 16,9 Prozent ( 2) zu. Die Grünen schnitten mit 6,4 Prozent gleich ab wie 2007. Die Grünliberalen verdoppelten ihren Wähleranteil beinahe auf 6 Prozent. Die erstmals angetretene BDP kam auf 3,8 Prozent.

«Oberste Patientenschützerin» zieht in den Nationalrat ein

Mit der 62-jährigen St. Gallerin Margrit Kessler zieht die «oberste Patientenschützerin» der Schweiz in den Nationalrat ein. Kessler, die 1995 und 1999 erfolglos für die CVP kandidiert hatte, wechselte zu den Grünliberalen und profitierte jetzt von deren Schwung.

Die Spitzenkandidatin der St. Galler Grünliberalen war von ihrer neuen Partei für die Kandidatur angefragt worden. Zum Sitzgewinn brauchte es allerdings die Listenverbindung mit der BDP. Die GLP- Verantwortlichen hätten mit der BDP geschickt verhandelt, sagte Kessler nach ihrer Wahl.

Im Nationalrat will sich die streitbare Patientenrechtlerin auch für den Atomausstieg, für erneuerbare Energien und für den öffentlichen Verkehr einsetzen. St. Gallen werde von den SBB «als Stiefkind behandelt», sagte Kessler gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

In der CVP, für die sie in den 1990-er Jahren zwei Mal kandidiert hatte, habe ihr der grüne Gedanke gefehlt. Nach ihrem Austritt aus der CVP gehörte Kessler während über zehn Jahren keiner Partei mehr an - bis 2011 die Anfrage der Grünliberalen kam.

Den Politbetrieb in Bern kennt die frischgebackene St. Galler Nationalrätin bereits. Kessler war in den letzten Jahren wiederholt als Expertin für Gesundheit und Patientenschutz beigezogen worden.

SDA

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