Zum Hauptinhalt springen

Der Benjamin des Nationalrats

Wer glaubt, Cédric Wermuth (SP, AG) sei neu der Jüngste im Bundesparlament, irrt sich. Noch jünger ist sein Parteikollege Mathias Reynard aus dem Wallis.

Nicht zuletzt dank Proporzglück in den Nationalrat gewählt: Mathias Reynard (SP, VS). (Bild: Webseite Mathias Reynard)
Nicht zuletzt dank Proporzglück in den Nationalrat gewählt: Mathias Reynard (SP, VS). (Bild: Webseite Mathias Reynard)

Im Kanton Wallis, einer Hochburg der CVP, hat die SP einen zweiten Nationalratssitz erobert – und dies zulasten des Bisherigen Roberto Schmidt (CSP, Oberwallis). Der Neue der Sozialdemokraten heisst Mathias Reynard, ein Lehrer aus Savièse. Und mit 24 Jahren ist er nicht nur der jüngste Nationalrat aus dem Kanton Wallis, sondern auch der Jüngste im eidgenössischen Parlament in Bern. Reynard ist ein Jahr jünger als Cédric Wermuth, der für die SP Aargau neu im Nationalrat politisieren wird.

«Da sind viele Emotionen», sagte Reynard am späten Sonntagabend vor den Medien. Der überraschende Wahlerfolg hatte erst nach der Auszählung der letzten Gemeinde festgestanden. Entscheidend war das Proporzglück für die SP. CSPO-Nationalrat Schmidt erzielte zwar mit 26'043 ein persönliches Glanzresultat. Dennoch ging der Sitz an den Unterwalliser Reynard, der auf 13'900 Stimmen kam. Reynard wurde auch gewählt, weil es ihm gelungen war, in seiner Gemeinde Savièse zahlreiche Bürger für sich zu gewinnen. Zudem hätten viele junge Leute, die sonst nicht an die Urne gehen, für Reynard gestimmt, sagt ein Walliser Journalist gegenüber Redaktion Tamedia.

Jüngster Kantonsrat im Wallis

Reynard gehört seit zwei Jahren dem Walliser Kantonsparlament an, wo er aber nicht besonders aufgefallen ist. Die Webseite des Grossen Rats weist nur fünf Vorstösse des jungen SP-Politikers aus. Dabei thematisierte er die Auswirkungen der Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG), Schwarzarbeit im Kanton Wallis, Überbrückungsrenten für Arbeitslose über 62 Jahren oder auch die Förderung des Patois, eines frankoprovenzalischen Dialekts, in der Volksschule. «Patois ist cool», liess sich Reynard im letzten April in einem «Tages-Anzeiger»-Bericht zitieren.

Der frühere Präsident der Jungsozialisten im französischsprachigen Unterwallis machte sich in seinem Wahlkampf vor allem für sozialpolitische Anliegen stark. Als Aktivist der Gewerkschaft Unia engagiert sich Reynard für die Arbeiter und Angestellten, insbesondere für die Arbeitnehmer, die zu den Working Poor gehören. Als Lehrer der Oberstufe in Savièse steht er für eine Schule, in der Chancengleichheit und Integration von Ausländern besonders wichtig sind. Schliesslich ist Reynard der Ansicht, dass die Walliser Interessen in Bern besser vertreten werden müssten. So müsse eine Ausdünnung des Poststellennetzes in peripheren Gebieten verhindert werden.

Eine Handvoll Nationalräte ist unter 30

In einem Kurzinterview mit der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» (Artikel online nicht verfügbar) sagte Reynard, dass er im Bundesparlament frischen Wind in die Debatten bringen wolle. Ausserdem werde er versuchen, die Anliegen der Gleichaltrigen in die politische Arbeit einzubringen. Der «Nouvelliste» schreibt zwar von einem «Sieg der Jugend», weil im Kanton Wallis neben Reynard mit dem 34-jährigen Yannick Buttet (CVP) ein weiterer junger Politiker in den Nationalrat gewählt wurde. Es ist allerdings nicht so, dass Reynard für eine neue Jugendwelle in der grossen Kammer stehen würde. Die junge Generation bis 30 Jahre ist auch im neuen Bundesparlament nur schwach vertreten. Zu dieser Altersgruppe gehört eine Handvoll Parlamentarier, darunter Lukas Reimann (29, SVP, SG) und Christian Wasserfallen (30, FDP, BE), die in ihrem Nationalratsamt bestätigt wurden.

Zu den Jüngeren, die am Wochenende den Einzug in die grosse Kammer schafften, gehört eine Handvoll Politiker, die knapp über 30 Jahre alt sind. Andrea Caroni (FDP, AR), Jurist und einst persönlicher Mitarbeiter des damaligen Bundesrats Hans-Rudolf Merz, ist 31 Jahre alt, ebenso wie der Sozialversicherungsfachmann Martin Candinas (CVP, GR) oder die Führungsfachfrau Nadja Pieren (SVP, BE). Ein Jahr älter sind die Neuen Thomas Aeschi (SVP), Unternehmensberater aus Zug, sowie Kathrin Bertschy (GLP), Ökonomin und wissenschaftliche Mitarbeiterin aus Bern.

Am meisten Junge bei GLP und Grünen

Gemäss einer aktuellen Zählung der Nachrichtenagentur SDA stellen die Grünliberalen und die Grünen anteilsmässig am meisten «Junge» im neu gewählten Nationalrat: 27 Prozent beziehungsweise 23 Prozent der Gewählten von GLP und Grünen sind nicht älter als 40-jährig. Darauf folgen die FDP mit 19,3, die SVP mit 18 und die SP mit 17,5 Prozent. Kaum vertreten ist die junge und jüngere Generation in der BDP mit 11 Prozent (siehe auch Infobox mit dem Titel «GLP mit jüngster Fraktion»).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch