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Bündner FDP-Nationalrat abgewählt - Grünliberaler gewählt

Der Bündner FDP- Nationalrat Tarzisius Caviezel hat die Wiederwahl verpasst.

Verpasste Wiederwahl: Tarzisius Caviezel.
Verpasste Wiederwahl: Tarzisius Caviezel.
Keystone

Faustdicke Überraschungen in Graubünden: Bei den Nationalratswahlen hat die GLP auf Anhieb einen Sitz erobert. Eingebrochen ist die FDP. Deren Nationalrat, Tarzisius Caviezel, schaffte die Wiederwahl nicht.

Der Freisinn stellt zum ersten Mal seit Einführung der Proporzwahlen im Jahre 1919 keinen der fünf Bündner Nationalräte oder -rätinnen. In der grossen Kammer Einsitz nimmt als einziger Bisheriger und mit dem besten Einzelresultat Hansjörg Hassler von der BDP.

Nach den Rücktritten von drei Mandatsträgern neu nach Bern gewählt wurden mit dem Grünliberalen Josias Gasser auch Heinz Brand von der SVP, Martin Candinas von der CVP und von der SP Silva Semadeni Bruderer. Die Kantonsschullehrerin und Präsidentin von Pro Natura Schweiz sass schon von 1995 bis 1999 für die SP in der grossen Kammer.

Siegesserie gerissen

Der Davoser Tarzisius Caviezel holte zwar mehr persönliche Stimmen als vor vier Jahren. Die Wiederwahl verpasste der Präsident des Hockey Clubs Davos jedoch wegen der fehlenden Listenstimmen seiner Partei. Die Erfolgsserie der Bündner FDP, welche die nationalen Wahlen vor vier Jahren gewann und letztes Jahr die Grossratswahlen, ging abrupt zu Ende.

Auf der anderen Seite setzte der Grünliberale Josias Gasser mit der Wahl in den Nationalrat seinen atemberaubenden Steigflug fort. Der 58-jährige Churer Unternehmer wurde 2008 auf Anhieb in das Churer Stadtparlament gewählt und letztes Jahr in den Grossen Rat.

Die bürgerliche GLP erwies sich als gewiefte Taktiererin und ging eine Listenverbindung mit der Linken ein, der SP und den Grünen. Eine Listenverbindung unter den grossen bürgerlichen Parteien war am Freisinns gescheitert, der mit diesem Nein seinen vermutlich Nationalratssitz verspielte.

SVP stärkste Partei

Bereinigt wurde das Terrain zwischen SVP und BDP. Die Mitte 2008 neu gegründete und auf Zürcher SVP-Kurs politisierende Bündner Volkspartei erreichte 24,5 Prozent der Wählerstimmen. Die BDP, in Graubünden eine staatstragende Kraft, erzielte 20,5 Prozent. Die CVP büsste über drei Prozentpunkte ein und holte 16,6 Prozent.

Abgestürzt ist neben der FDP auch die SP. Die Sozialdemokraten verloren rund acht Prozentpunkte und landeten bei 15,6 Prozent. Die FDP sackte von 19,1 Prozent auf 11,9 Prozent ab. Die GLP kam auf beachtliche 8,3 Prozent.

Zwei neue Ständeräte

Unspektakulär und wie erwartet verliefen die Wahlen in die kleine Kammer. Neue Bündner Ständeräte sind der frühere Regierungsrat Stefan Engler (CVP) und der noch amtierende Finanzdirektor Martin Schmid (FDP). Sie waren ohne Konkurrenz in die Wahlen gestiegen.

Schmid ist ein Trostpflaster für seine Partei, die über 75 Jahre keinen Bündner Ständerat mehr stellte. Die Ersatzwahl für den neuen FDP-Ständerat in die Bündner Regierung findet am 29. Januar nächsten Jahres statt.

SDA

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