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Bruderer gewinnt Ständeratssitz – Wermuth in den Nationalrat

Das Aargauer Volk hat Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt. Cédric Wermuth (SP) und Maximilian Reimann (SVP) in den Nationalrat gewählt.

Holt für die SP-Aargau den ersten Ständeratssitz seit 63 Jahren: Pascale Bruderer.
Holt für die SP-Aargau den ersten Ständeratssitz seit 63 Jahren: Pascale Bruderer.
Keystone

Im Kanton Aargau sind die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) und die Grünliberalen (GLP) die Sieger der Nationalratswahlen. Die beiden Parteien eroberten auf Anhieb je einen der insgesamt 15 Sitze. Die CVP verlor gleich zwei ihrer bisherigen drei Sitze.

Die SVP bleibt im Aargau die stärkste Partei und konnte alle ihre sechs Sitze halten. Die Partei eroberte 34,74 Wählerprozente. Das ist ein Verlust von 1,45 Prozentpunkte im Vergleich zu vor vier Jahren.

Für die SVP neu in den Nationalrat zieht der bisherige Ständerat Maximilian Reimann ein. Der 69-jährige Politiker hatte bereits von 1987 bis 1995 der Grossen Kammer angehört.

Kleine als grosse Gewinner

Die BDP eroberte auf Anhieb einen Wähleranteil von 6,14 Prozent und gewann mit Grossrat und Kantonalpräsident Bernhard Guhl erstmals einen Nationalratssitz. Im Kantonsparlament gehört die BDP der CVP- Fraktion an.

Die Grünliberalen eroberten mit einem Wähleranteil von 5,67 Prozent einen Nationalratssitz. Grossrat Beat Flach machte das Rennen. Die Grünliberalen profitierten bei ihrem Sitzgewinn von der Listenverbindung mit den Grünen und der EVP.

Den Grünen half diese Listenverbindung jedoch nichts. Die Grünen verteidigten ihren einzigen Nationalratssitz mit Geri Müller. Die Grünen verloren 0,8 Punkte; der Wähleranteil liegt noch bei 7,31 Prozent.

Die EVP schaffte es mit einem Wähleranteil von 3,22 Prozent nicht, den vor vier Jahren an die CVP verlorenen einzigen Nationalratssitz zurückzugewinnen.

Wermuth im Nationalrat

Die SP konnte ihren Wähleranteil hauchdünn um 0,19 Punkte auf 18,04 Prozent ausbauen und damit ihre drei Sitze verteidigen. Die SP war ohne Listenverbindung in den Wahlkampf gestiegen.

Bei der SP werden zwei neue Köpfe im Nationalrat mitreden: Der 25- jährige Cédric Wermuth, Vizepräsident der SP Schweiz und ehemaliger JUSO-Präsident, erzielte ein gutes persönliches Wahlergebnis. Weil Nationalrätin Pascale Bruderer in den Ständerat gewählt wurde, wird die Wettinger Gemeinderätin Yvonne Feri nachrücken.

Mit einem blauen Auge davon kam die FDP. Sie verlor zwar 2,12 Prozentpunte und liegt noch bei 11,48 Prozent. Trotzdem konnten die Freisinnigen die Sitze der beiden Bisherigen halten.

Schlappe für CVP

Eine bittere Niederlage erlitt die CVP. Sie verlor gleich zwei ihrer bisher drei Sitze. Die CVP liegt bei einem Wähleranteil von 10,59 Prozent - ein Verlust von 2,92 Punkten. Einzig Nationalrätin Ruth Humbel fährt für die CVP weiterhin nach Bern.

Nicht wiedergewählt wurde Nationalrätin Esther Egger. Ein Bisheriger war nicht mehr angetreten. Die Listenverbindung mit der BDP zahlte sich für die CVP nicht aus. Vor vier Jahren war die CVP die Wahlgewinnerin gewesen.

Bruderer im ersten Wahlgang erfolgreich

Das Aargauer Volk hat Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt. Die bisherige Ständerätin Christine Egerszegi (FDP) scheiterte knapp am absoluten Mehr. SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner landete auf dem dritten Platz. Die SVP muss um ihren Sitz bangen.

Mit der Wahl der ehemaligen Nationalratspräsidentin Bruderer eroberte die SP im Aargau erstmals nach 63 Jahren einen Sitz im Ständerat. Die 34-jährige Bruderer erhielt 93'276 Stimmen und übersprang damit als einzige Kandidatin das absolute Mehr von 89'905 Stimmen.

Die bisherige FDP-Ständerätin Egerszegi verpasste ihre erste Wiederwahl. Die 63-jährige Politikerin erhielt 88'822 Stimmen und blieb damit um nur 1083 Stimmen unter dem absoluten Mehr. Vor vier Jahren war Egerszegi mit einem sehr guten Resultat in die kleine Kammer gewählt worden.

Auch der SVP gelang es im ersten Wahlgang nicht, ihren Sitz zu verteidigen. Der 58-jährige Nationalrat Giezendanner gewann 77'513 Stimmen. Ständerat Maximilian Reimann war nach 16 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.

Bruderer als «Brückenbauerin»

Bruderer sagte, sie wolle ihre «Politik des Brückenbauens» fortsetzen und sich als Aargauer Vertreterin in Bern für «gute Lösungen» einsetzen. Die populäre Bruderer, die kürzlich Mutter einer Tochter wurde, ist im Aargau als gemässigte Sozialdemokratin über die Parteigrenzen hinweg anerkannt.

Die bisherige Ständerätin Egerszegi will im zweiten Wahlgang noch einmal antreten. Sie rechne sich «gute Chancen» aus, sagte Egerszegi. Ständeratswahlen seien offenbar politischer geworden. Viele hätten offenbar nur einen Namen auf den Wahlzettel geschrieben.

Die SVP als wählerstärkste Aargauer Partei wird nach Ansicht von Giezendanner ihren Ständeratssitz «wahrscheinlich verlieren». Giezendanner sagte, das Volk wolle ihn offenbar im National- und nicht im Ständerat. Ob sich die SVP am zweiten Wahlgang beteilige, entscheide die Partei am Dienstagabend.

Grüne und CVP ohne Wahlchancen

Mit deutlichem Abstand auf die drei politischen Schwergewichte Bruderer, Ergerszegi und Giezendanner folgten der grüne Nationalrat Geri Müller (28'828) Stimmen und CVP-Kandidat Kurt Schmid (20'055).

Chancenlos blieben auch der «wilde» SVP-Bewerber, Nationalrat Lieni Füglistaller (19'940), GLP-Grossrat Peter Schuhmacher (10'120) und EVP-Grossrat Roland Bialek (6762). Nur wenige Stimmen erhielten die drei weiteren Aussenseiterkandidaten.

Die Wahlbeteiligung beträgt 48,89 Prozent. Die Kandidierenden müssen bis am kommenden Freitag der Aargauer Staatskanzlei mitteilen, ob sie beim zweiten Wahlgang vom 27. November wieder antreten.

SDA

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