Aebersold will Steuern nicht senken

Bern

Franziska Teuscher (GB) behält Bildung, Soziales und Sport, Michael Aebersold (SP) übernimmt die Finanzen: Die Stadtregierung hat am Montag die Direktionen verteilt.

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Die Stadtregierung ist neu formiert. Am Tag nach der Wahl Alec von Graffenrieds (GFL) zum Stadtpräsidenten beendete Franziska Teuscher (GB) gestern Spekulationen um einen möglichen Direktionswechsel.

Sie führt weitere vier Jahre die Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS). Sie habe ihr Herz an die BSS verloren, sagt Teuscher. «Ich mag meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und freue mich darauf, mit ihnen unsere vielen Geschäfte weiter voranzutreiben.»

Ihr «sehr gutes Resultat in der Gemeinderatswahl» interpretiert Teuscher als Zustimmung der Bevölkerung zu ihrer bisherigen Arbeit. Angesichts der weiterhin wachsenden Schü­lerzahlen bleibe das Schulraummanagement auch künftig eine Herausforderung in der BSS.

«Und im Flücht­lings­bereich wollen wir in der neuen Legislatur insbesondere bei der Arbeitsintegration weiterkommen. Angesichts langwieriger Prozesse bei Kanton und Bund ist es umso wichtiger, dass die Stadt hier vorangeht.»

Aebersolds Wunschdirektion

Mit Teuschers Entscheid war klar, dass Neo-Gemeinderat Michael Aebersold (SP) als Direktor für Finanzen, Personal und Informatik die Nachfolge des abgewählten Alexandre Schmidt (FDP) antritt. Er habe seine Wunschdirektion erhalten, sagt Aebersold. Als Stadt- und als Grossrat seien die Finanzen immer eines seiner Hauptthemen gewesen.

In den kommenden Jahren müsse Bern viel investieren: «Wenn die Stadt wächst, braucht es auch mehr Infrastruktur: mehr Schulraum, mehr ÖV, mehr Sportanlagen und so weiter.» Seine Aufgabe als Finanz­direktor sei, «dafür zu sorgen, dass die Mittel für all diese Investitionen vorhanden sind und die Stadtfinanzen gleichwohl im Lot bleiben».

Dabei gibt es seiner Ansicht nach einnahmenseitig keine Möglichkeit für eine Entlastung der Steuerzahler: «Ich sehe derzeit keinen Spielraum für Steuersenkungen», so Aebersold.

Ob er im Vergleich zu den Vorjahren andere Schwer­punkte setzen wolle, kann er noch nicht sagen: «Lassen Sie mir 100 Tage Zeit.» Als «prioritär» wahrgenommen habe er bisher etwa die Sanierung der Personalvorsorgekasse mit dem Primatwechsel, diverse Arealentwicklungen wie Gaswerk, Viererfeld und Zieglerspital oder die Sanierung maroder Schulgebäude und Sport­anlagen.

Wyss und Nause bleiben

Schon länger bekannt war der Wunsch von Reto Nause (CVP), weiterhin der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie vorzustehen. Und letzte Woche hatte Ursula Wyss (SP) gegenüber dieser Zeitung erklärt, sie wolle die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün behalten, falls sie nicht zur Stadtpräsidentin gewählt werde.

hae

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