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LoubegafferVon Graffenrieds Postkarte an die Zukunft
und Ecclestones Baby im Anflug

Stadtpräsident Alec von Graffenried schreibt eine Postkarte ans Jahr 2050, und Bernie Ecclestone flieht von Brasilien nach Gstaad.

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried hat derzeit in der Agenda Platz dafür, auch mal eine Demo auf dem Bundesplatz zu besuchen. Und dafür, Postkarten zu schreiben.
Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried hat derzeit in der Agenda Platz dafür, auch mal eine Demo auf dem Bundesplatz zu besuchen. Und dafür, Postkarten zu schreiben.
Foto: Jürg Spori

In der Corona-Zeit hat Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) viel Zeit. Plötzlich waren die Abendstunden seiner Agenda leer. In diesen Tagen hatte er offenbar die Musse, mehr Radio zu hören. So kam es, dass ihm eine Aktion von Radio SRF1 nicht entging. Die Radiomacher baten die Hörer, ihnen eine Postkarte an das Jahr 2050 zuzustellen. Eine Gelegenheit, die sich der Stadtpräsident nicht entgehen liess. Schliesslich läuft ja auch der Wahlkampf langsam an. Und was schrieb der oberste Berner ans Jahr 2050? Er hatte lauter Fragen: «Liebes Jahr 2050, Fragen in der Corona-Zeit: Werden wir uns zur Begrüssung je wieder die Hände schütteln? Umarmen? Oder sogar küssen (links, rechts, links, wie vorher)? Ist das übliche Gedränge am Stadioneingang passé? Werden wir künftig wieder unbeschwert miteinander tanzen, feiern und festen? Ich hoffe es. Ihr wisst mehr. Herzliche Grüsse in die Zukunft!»

Eine handgeschriebene Postkarte: Das sind die Fragen von Stadtpräsident Alec von Graffenried an das Jahr 2050.
Eine handgeschriebene Postkarte: Das sind die Fragen von Stadtpräsident Alec von Graffenried an das Jahr 2050.
Foto: Radio SRF/zvg

Auch der Berner Kabarettist und Autor Bänz Friedli machte bei der Aktion mit. Die Frage, ob es wieder Begrüssungsküsschen geben wird, steht für ihn nicht im Vordergrund. Vielmehr nutzte er den beschränkten Platz einer Postkarte für eine politische Aussage. Und zwar für einen feinen Seitenhieb gegen den Kapitalismus: «Liebes Jahr 2050, im Frühjahr 2020 habe ich während Wochen und Monaten nichts gekauft. Nichts ausser den Lebensmitteln, die wir zum Kochen brauchten. Ein kalter Kapitalismusentzug sozusagen. Und weisst du, was ich gemerkt habe? Dass mir nichts fehlte.»

Marx im Postkartenformat: Bänz Friedli mit seiner feinen Spitze gegen die Konsumgesellschaft.
Marx im Postkartenformat: Bänz Friedli mit seiner feinen Spitze gegen die Konsumgesellschaft.
Foto: SRF/zvg

Über eine fehlende Ansprache der weiblichen Kunden beklagte sich letzte Woche Stadträtin und Gemeinderatskandidatin Marianne Schild (GLP). Sie hielt der Telekommunikationsfirma Sunrise von André Krause den Spiegel vor und rügte sie für ihre wenig genderkonforme Kommunikation. Als Kanal wählte sie Twitter, aber Sunrise hat diesen wohl nicht auf dem Radar. Die Reaktion von Sunrise steht bis heute aus.

Eigentlich schreiben die Loubegaffer nur über A- bis C-Promis aus Bern, aber für Bernie Ecclestone lassen wir den Blick nach Gstaad schweifen: Der frühere Chef der Formel 1 ist am Sonntag in Kloten gelandet. Der 89-Jährige flog in Begleitung seiner im achten Monat schwangeren Frau Fabiana (44) in die Schweiz. Sie reisten direkt nach Gstaad in ihr Chalet weiter. Nach elf Wochen Lockdown auf seiner Farm in Brasilien war es Ecclestone zu riskant, dort zu bleiben, da São Paulo zum Epizentrum der Corona-Krise geworden war. Das schreibt der «Blick». Weiter sagte Ecclestone dem Boulevardblatt: «In diesem brasilianischen Chaos mit völlig überfüllten Spitälern soll unser Kind im Juni nicht zur Welt kommen.» Die Paparazzi in Gstaad können sich also auf einen lukrativen Auftrag freuen.