Zum Hauptinhalt springen

Leserreaktionen«Viele Jägerinnen und Jäger lehnen das Gesetz ab»

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu verschiedenen aktuellen Themen. Darunter auch zur Abstimmung über das revidierte Jagdgesetz und dessen Auswirkungen.

Ist das neue Jagdgesetz nur auf die Nutztierhalter zugeschnitten?
Ist das neue Jagdgesetz nur auf die Nutztierhalter zugeschnitten?
Foto: Getty Images/iStockphoto

Das schadet unserem Ruf

Zur Abstimmung über das revidierte Jagdgesetz
Ich bin Gründungsmitglied von «Jagd Schweiz», dem Dachverband aller Jagdvereine der Schweiz. Über viele Jahre habe ich mich zudem im Vorstand und als Präsident des Berner Jägerverbandes engagiert. Mir sind viele Jägerinnen und Jäger bekannt, die das Gesetz ablehnen. Denn es stellt weder für die Jagd noch für die Biodiversität einen Mehrwert dar. Der Artenschutz wird nicht gestärkt, wie die Befürworter behaupten. Beispiel: Der Bestand der Schneehühner ist seit 1995 um mindestens 50 Prozent zurückgegangen. In diversen Bergkantonen werden aber noch heute acht oder zehn Tiere pro Jahr erlegt. Das schadet dem Ruf der Schweizer Jägerschaft. Bei der Diskussion um Wolf und Nutztiere ist das Gesetz nur auf die Nutztierhalter zugeschnitten. Sie sollten zuerst ihre Tiere auf den Alpen
richtig schützen. Wir Jägerinnen und Jäger sollten uns nicht zu Anwälten von Landwirten machen lassen, die vorab ihre eigenen Interessen verfolgen.

Peter Zenklusen, Lyss

Ausgabe vom 05. September

Das der Fokus immer auf Europa liegt ist unfair

Zu «Es sterben Kinder, und niemand handelt»
Ja, es ist furchtbar, dass sogar Kinder sterben und niemand hilft. Wäre ich vor Ort würde ich sicher helfen. Als ehemaliger Seemann weiss ich, dass Menschen in Seenot gemäss Schifffahrtsrecht bedingungslos geholfen werden muss. Die heutige Situation im Mittelmeer ist so dramatisch, weil durch gewissenlose Fluchthelfer eine permanente Seenot-Situation geschaffen wird. Menschen zu helfen ist das Eine, das Andere ist die Frage, was dann mit ihnen geschieht. Dass dabei der Fokus immer nur auf Europa gerichtet wird, ist unfair. Russland als Verbündeter des Assad-Regimes in Syrien ist mitschuldig an dieser Flüchtlingstragödie. Nimmt Russland nun Flüchtlinge von dort auf? Putin kann sich ins Fäustchen lachen wie Europa sich mit den Flüchtlingsströmen abmüht und dabei noch Schläge aus den eigenen Reihen einstecken muss.

Heinz Grünig, Wimmis

Überall herrscht Krieg und Hunger und wir in der Schweiz können über einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub abstimmen.

Heidi Hofmann, Ostermundigen

Ich schäme mich für die fordernden Eltern

Zu «Von diesem Ja hängt viel ab»
Ich glaube nicht, dass sich das Verhältnis zu den Kinder verbessert, wenn der Vater in den ersten Monaten beim Windeln wechseln, Einkaufen oder Spazieren gehen hilft. Der Einsatz beider Elternteilen ist von Geburt an anstrengend und sollte ein Leben lang gemeinsam erbracht werden. Zwei Wochen reichen nicht, um eine Beziehung zwischen Vater und Kind herzustellen. Die Verantwortung und den Umgang mit den Kindern zu lernen, dauert ewig. Sich gegenseitig zu unterstützen bis die Kinder volljährig sind, wäre wichtiger, als zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Ich schäme mich für die fordernden zukünftigen Eltern. Überall herrscht Krieg, Armut, Hunger, Krankheit und nicht zu vergessen die Flüchtlingskatastrophe auf Lesbos, und wir in der wunderbaren, wohlhabenden Schweiz können über einen Vaterschaftsurlaub abstimmen.

Heidi Hofmann, Ostermundigen